Mainz - Die SPD um Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz klar gewonnen. Die 60-Jährige gehört nach acht Jahren als Regierungschefin bundesweit zu den bekanntesten Sozialdemokraten – und hat ihrer Partei nun Aufwind für das Superwahljahr verschafft. Nach einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen konnte die SPD in Rheinland-Pfalz vor allem mit lokalen Themen punkten. Zu Dreyers Pluspunkten zähle auch Sachkompetenz beim Thema Corona, hieß es.

Nach derzeitigem Stand der Hochrechnungen konnte die regierende Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen ihre bisherige Mehrheit sogar noch ausbauen. Die CDU und ihr Spitzenkandidat Christian Baldauf müssen hingegen mit dem bisher schlechtesten Ergebnis rechnen.

Die Wahlbeteiligung lag nach ersten Erkenntnissen bei 64 Prozent. Rund zwei Drittel der Bürger, die ihre Stimme abgaben, wählten per Brief. Zur Stimmabgabe aufgerufen waren rund 3,1 Millionen Rheinland-Pfälzer.

SPD-Landeschef Lewentz: „Absolute Sensation“ geglückt

In einer ersten Reaktion sprach der SPD-Landesvorsitzende Roger Lewentz von einer „absoluten Sensation“. Die SPD habe bei der Landtagswahl deutlich mehr Zustimmung erhalten als die Bundes-SPD in aktuellen Umfragen erreiche. Dieser Erfolg sei der Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Malu Dreyer zu verdanken.

Dreyer selbst freute sich am Abend über den „klaren Regierungsauftrag“. „Sie können sich denken: Für uns, für mich ist ein glücklicher Abend heute Abend“, sagte sie. Das Ergebnis sei „eine Bestätigung dafür, dass die SPD eine gut aufgestellte Partei ist und wir mit allen unseren Kollegen in der Partei gekämpft haben. Und deswegen ist es einfach nur so schön, dass wir so klar an der Spitze stehen und das Ziel erreicht haben, mit Abstand die stärkste Partei zu sein und einen klaren Regierungsauftrag erreicht haben“.

Dreyer kündigt Gespräche zu Neuauflage von Ampel-Koalition an

Ob die Ampel-Koalition weitergehen solle? „Heute freue ich mich einfach sehr und bin einfach nur ein glücklicher Mensch. Ich habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass das Regierungsbündnis ein tolles war und dass ich mich auch freue, wenn es weitergeht“, sagte Dreyer. Es sei völlig klar, „dass ich mich sehr schnell mit meinen Parteivorsitzenden und den Kollegen der Parteien dann zusammensetzen werde, um zu klären, wie wir in Zukunft zusammenregieren wollen“, sagte Dreyer. Sie habe bereits vor der Wahl gesagt, dass die Ampel-Koalition sehr gut miteinander gearbeitet habe und dass sie sich eine Fortsetzung wünsche, wenn es die Wahlergebnisse möglich machen.

Dreyer ist in Rheinland-Pfalz seit 2013 Regierungschefin, die vergangenen fünf Jahre führte sie die einzige Ampel-Koalition in einem deutschen Flächenland an.

Foto: dpa/Thomas Frey
Malu Dreyer (SPD) kam am Sonntag mit ihrem Ehemann Klaus Jensen zur Stimmabgabe.