Mehrere von der Bundeswehr ausgemusterte und modernisierte Marder-Schützenpanzer des Herstellers Rheinmetall sind nach Angaben des Rüstungskonzerns nun einsatzbereit und könnten sofort an die Ukraine ausgeliefert werden. „Wir sind dabei, 100 Marder Schützenpanzer instandzusetzen, erste Fahrzeuge sind bereits so weit“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger, der Bild am Sonntag.

„Wann und wohin die Marder geliefert werden, ist die Entscheidung der Bundesregierung“, fügte der Rheinmetall-Chef hinzu. Auch 88 Panzer Leopard 1 und weitere Leopard 2 stehen seinen Angaben zufolge bei Rheinmetall zur Modernisierung im Depot.

Papperger beschrieb den Marder als leistungsfähiges Kampffahrzeug, der auch von der Bundeswehr noch eingesetzt werde – zum Beispiel in Litauen. „Wir haben den Marder über Jahre hinweg auch immer wieder modernisiert“, sagte Papperger. Dabei stehe die Sicherheit der Soldaten im Vordergrund – sie müssten sich auf das Fahrzeug verlassen können, gerade in kritischen Situationen. „Insbesondere prüfen wir alle Komponenten, die notwendig sind, damit der Marder verlässlich fahren und schießen kann“, sagte der Rheinmetall-Chef.

Rüstungsbetrieb Rheinmetall rechnet mit deutlich steigenden Umsätzen

Aufgrund der hohen Nachfrage nach militärischer Ausrüstung will Rheinmetall die Kapazitäten erhöhen. „Wir rechnen mit deutlich steigenden Umsätzen in der Größenordnung von bis zu 20 Prozent im Jahr und sind nun dabei, unsere Kapazitäten hochzufahren“, erklärte Papperger. „Wir werden an manchen Standorten in Mehrschichtbetrieb gehen.“

Die Produktion von Munition lasse sich binnen zwölf Monaten mindestens verdreifachen, sagte Papperger. Die Lkw-Produktion lasse sich verdoppeln – „weil wir vieles an Infrastruktur aus dem Kalten Krieg recht schnell reaktivieren können“. Um die gestiegene Nachfrage bewältigen zu können, plant der Konzern, der aktuell 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat, zudem 2500 Neueinstellungen.

Zu Lieferknappheiten und Engpässen komme es trotz der gesteigerten Nachfrage nicht, versicherte Papperger. „Für den Puma haben wir unverändert einen Umsetzungszeitraum von zwei Jahren, für den Leopard 2 drei Jahre. Es sind schließlich hochkomplexe Systeme, bei denen wir auf die Leistungen vieler Zulieferer angewiesen sind“, sagte der Rheinmetall-Chef. „Allein der Hochleistungsmotor für den Puma ist eine spezielle Anfertigung, und Kanonenrohre für den Leopard 2 haben wir auch nicht auf Halde liegen.“

Auf der ab Montag in Paris stattfindenden Rüstungsmesse Eurosatory will Rheinmetall einen neuen Kampfpanzer und möglichen Nachfolger des Leopard 2 vorstellen. „Wir versprechen uns viel internationale Aufmerksamkeit für dieses neue Spitzenprodukt deutscher Heerestechnik“, sagte Papperger.