Berlin - Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, hat ihre Bewerbung um den Parteivorsitz bekannt geben. Sie habe „viele Ideen“ und würde gerne „ihre Erfahrung aus den vergangenen Jahren einbringen“, sagte Lang dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Montag). „Deshalb kandidiere ich als Parteivorsitzende.“

Die 27-Jährige antwortete in dem Interview auf die Frage, wie sie Außenstehenden erkläre, dass die Grünen, die ja einen Weltrettungsanspruch hätten, der zudem idealerweise solidarisch sei, bei der Vergabe von Posten ebenfalls offenbar die Ellenbogentaktik anwenden: „Indem ich sage, dass Politik manchmal ein kniffliger Job ist, bei dem es hart zugehen kann. Aber am Ende stehen die politischen Handlungsmöglichkeiten stets über persönlichen Interessen.“

Lang fährt über die Rolle der Grünen in der Gesellschaft wie folgt fort: „Wir sind nicht die besseren Menschen. Das sollte auch nicht unser Anspruch sein. Wir machen Politik für die Menschen in unserem Land.“

Auch Außenpolitiker Omid Nouripour kandidiert

Die Grünen wählen ihre neue Führung auf einem virtuellen Parteitag Ende Januar. Da die bisherigen Ko-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck Regierungsämter übernehmen, müssen sie nach den Regeln der Parteisatzung ihre Parteiämter aufgeben. Bislang hatte der Außenpolitiker Omid Nouripour seine Kandidatur für den Vorsitz bekannt gegeben.

„Ich kann mir das mit ihm sehr gut vorstellen“, sagte Lang dazu. Nouripour und sie könnten der Partei gemeinsam „ehrlich und kooperativ“ vorstehen. Dabei stünden im Lichte der Regierungsbeteiligung der Grünen zum einen „die Umsetzung des Koalitionsvertrages“ im Vordergrund. Gleichzeitig wolle sie aber „über den Regierungsalltag hinausdenken und das Profil der Grünen weiter schärfen“, sagte Lang dem RND. In Zukunft „soll auch noch mehr drin sein“.