Berlin - Mit einem Mosaik aus 48.000 Bildern von Abgeordneten haben die Seenotrettungs-Organisationen Sea-Watch, Seebrücke und #Leavenoonebehind ein Zeichen für Menschenrechte gesetzt. Das 7000 Quadratmeter große Mosaik stehe „symbolisch für die europäische Abschottungspolitik und deren unmenschliche Folgen für fliehende Menschen“, so die Seebrücke auf ihrer Website. 

Auf den Bildern sind insgesamt 460 Abgeordnete zu sehen, die laut Sea-Watch und Co. „Menschenrechtsverletzungen an den europäischen Außengrenzen mitzuverantworten haben“. Fast ein Jahr nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria am 9. September 2020 fordern die Bündnisse die zukünftige Bundesregierung auf, die Menschenrechte kompromisslos zu achten. 

Die Organisationen kritisierten, dass die Bundesregierung sowie viele Abgeordnete mit ihrer Politik „die europäische Abschottung vorantreiben, um Fluchtwege zu unterbinden oder möglichst gefährlich zu machen“. Diese Politik führe dazu, „dass an Europas Grenzen täglich Menschenrechte, europäisches und internationales Recht gebrochen werden“. Menschenrechte und Menschenwürde müssten in Europa für alle Menschen an erster Stelle stehen, forderte Seebrücke.

Konkret verlangen die beteiligten Organisationen eine sofortige Evakuierung aller Lager an den EU-Außengrenzen, das Recht für Länder und Kommunen zur selbstbestimmten Aufnahme von Geflüchteten, ein Ende der deutschen Beteiligung an Einsätzen der EU-Grenzschutzagentur Frontex, sichere und legale Fluchtwege sowie ein Ende der Kriminalisierung ziviler Seenotrettung. Zahlreiche weitere Organisationen unterstützten den Protest.

Das Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos brannte im September vergangenen Jahres fast vollständig ab: Moria galt mit etwa 12.600 Bewohnern als das größte Flüchtlingslager Europas. An den dortigen Zuständen gab es seit Jahren massive Kritik.