Im Streit um das teilbesetzte Haus „Rigaer 94“ in Berlin-Friedrichshain hat der Hauseigentümer die Räumung einer Wohnung erzwungen. Das Amtsgericht Kreuzberg hat die Mieterin verurteilt, die Zwei-Zimmer-Wohnung herauszugeben, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte. Damit war die Klage der Eigentümergesellschaft – eine Firma mit Sitz in Großbritannien – in erster Instanz erfolgreich. Diese hatte die Kündigung unter anderem mit einer Zweckentfremdung der Räume begründet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es ist eine Berufung beim Landgericht Berlin möglich.

Die Mieterin hatte nach Gerichtsangaben seit 1992 einen Vertrag für die zunächst besetzte Wohnung in dem Gebäudekomplex in der Rigaer Straße. Laut Gericht nutzt sie selbst die Wohnung seit rund 20 Jahren nicht mehr und ist dort nicht gemeldet. Nach Angaben ihrer Anwälte nutzt die Frau die Wohnung noch sporadisch bei Berlin-Besuchen. Bei einer Durchsuchung der Polizei im Oktober 2021 befanden sich in der Wohnung laut Beamten lediglich Matten und Fitnessgeräte.