Berlin - Eine Gruppe mutmaßlich Linksradikaler hat in der Rigaer Straße in Friedrichshain einem privaten Wachschützer aufgelauert und ihn angegriffen. Die Attacke ereignete sich nach Angaben der Polizei in der Nacht zu Donnerstag gegen 3.30 Uhr, als der 21-Jährige aus seinem privaten Pkw ausstieg. Nach der Räumung des linksradikalen Hausprojekts Liebig 34 im Oktober des vergangenen Jahres ist es häufiger zu Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma gekommen, die das Haus Liebigstraße 34 Tag und Nacht bewachen. 

Der Vorfall aus der vergangenen Nacht könnte der Polizei zufolge in diesem Zusammenhang stehen. Nach Aussagen des 21-jährigen Wachmanns sei er unvermittelt von einer fünfköpfigen Gruppe angegriffen worden. „Er hat sofort einen Kopfstoß ins Gesicht verpasst bekommen“, erklärte ein Polizeisprecher. Anschließend sei es zu einer Rangelei gekommen, wobei die Angreifer dem Sicherheitsmann mit einem Nothammer auf den Kopf geschlagen haben sollen. Als er daraufhin zu Boden ging, soll ihm mindestens ein Mann mit dem Fuß in die Rippen getreten haben.

Verletzter Wachmann nahm die Verfolgung auf 

Die Schläger sollen dann die Scheiben und die Innenbeleuchtung seines Wagens beschädigt haben. Außerdem sollen sie ihm sein Handy geraubt haben. Als die Angreifer über die Rigaer Straße in Richtung Zellestraße flüchteten, soll der 21-Jährige die Verfolgung aufgenommen haben. Als er ihnen dicht auf den Fersen war, habe einer der Täter ihn mit einem Messer bedroht. Daraufhin habe er sie entkommen lassen. 

Als der Wachmann die Polizei alarmieren wollte, habe er festgestellt, dass sein Handy fehlte. Der Polizei zufolge hatte die Gruppe neben seinem Telefon auch seine Jacke und Geldbörse mit Ausweispapieren geraubt. Er erlitt bei dem Angriff Verletzungen am Oberkörper und im Gesicht.

Da Ermittler der Polizei davon ausgehen, dass es sich bei den Angreifern wahrscheinlich um Linksradikale handelt und deshalb eine politische Tatmotivation besteht, hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.