Berlin - Der Präsident der Robert-Koch-Instituts (RKI), Professor Lothar Wieler, geht nicht davon aus, dass FFP2-Masken besser zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen als OP-Masken. Wie Bild berichtet, schrieb Wieler am 10. Juni an das Bundesgesundheitsministerium: „Das Tragen von FFP2-Masken durch Laien (z. B. beim Einkaufen, im ÖPNV) entfaltet nach aktueller fachlicher Einschätzung keine größere Wirkung bei der Eindämmung der Covid-19-Pandemie als das Tragen von medizinischem Mund-Nasen-Schutz (‚OP-Maske‘)“.

Grund sei die oftmals falsche Handhabung. Durch fehlerhaftes Tragen der Masken komme die im professionellen Bereich angestrebte zusätzliche Schutzwirkung abhanden. Weiter schrieb der RKI-Chef: „Wenn bei der FFP2-Maske über eine Leckage geatmet wird, dann geht diese zusätzliche Schutzwirkung weitgehend verloren.“

Bundesregierung will FFP2-Masken für Kinder einführen

Auch Bartträger sind offenbar nicht hinreichend durch eine FFP2-Maske geschützt. Gegenüber dem ZDF sagte Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, im Januar: „Um eine FFP2-Maske sicher tragen zu können, kann man Bartträgern entsprechend nur raten, den Bart abzurasieren.“ Die Bund-Länder-Runde hatte zu Beginn des Jahres das verpflichtende Tragen von FFP2-Masken an nahezu allen Orten durchgesetzt.

Die Berliner Zeitung hatte bereits im April darüber berichtet, dass die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) die Entscheidung des Berliner Senats für eine Tragepflicht von FFP2-Masken kritisiert hatte. In einer Stellungnahme der DGKH heißt es, dass FFP2-Masken „Hochleistungs-Atemschutzmasken“ sind, „die für den Arbeitsplatz bestimmt sind. Nur bei korrekter Anwendung übertrifft ihre Wirksamkeit im Allgemeinen jene von chirurgischem Mund-Nasen-Schutz.“ 

Unterdessen will die Bundesregierung auch FFP2-Masken für Kinder einführen. Die Regierung sehe „angesichts des fortgesetzten Pandemiegeschehens einen Bedarf für geeignete Kindermasken zum Zweck des Infektionsschutzes“, heißt es in einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die AFP am 20. Juni vorlag.