Berlin -  In Berlin ist eine der wichtigen Kennziffern der Pandemie - die Sieben-Tage-Inzidenz - nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder knapp über die Marke von 100 gestiegen. Am Montagmorgen wurde der Wert im RKI-Dashboard mit 100,8 angegeben. Am Freitag (98,6) und Samstag (97,0) waren die Werte erstmals seit Langem unter die Marke 100 gerutscht.

Die Zahl gibt an, wie viele Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen erfasst wurden. Nur wenn der Wert fünf aufeinanderfolgende Tage unter 100 bleibt, werden schärfere Maßnahmen gemäß der Bundes-Notbremse wieder gelockert.

Der Lagebericht des Senats zu den aktuellen Corona-Zahlen sollte im Lauf des Vormittags veröffentlicht werden. Bei einigen Zahlen gab es in den vergangenen Tagen Abweichungen vom RKI-Dashboard.

In Deutschland lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen
pro 100.000 Einwohner laut RKI am Montagmorgen insgesamt bei 119,1 (Vortag: 118,6; Vorwoche: 146,9).

Nachdem in Berlin die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen wieder knapp über die Marke von 100 gestiegen ist, könnten Lockerungen frühestens am 19. Mai möglich sein. Das sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss. Jetzt müsse wieder neu gezählt werden: fünf Werktage müsse Berlin unter 100 liegen, und dann könnte nach den Regelungen am zweiten Arbeitstag danach gelockert werden. Das sei dann frühestens am 19. Mai, weil dieser Donnerstag ein Feiertag sei.

Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) stellte Lockerungen der Corona-Maßnahmen erst ab Mitte nächster Woche in Aussicht. Voraussetzung seien entsprechend niedrige Infektionszahlen. „Wir waren schon Ende letzter Woche unter 100, sind jetzt leider wieder knapp drüber“, sagte er am Montag im ZDF-„Mittagsmagazin“.

Die Bundes-Notbremse lege einen Fahrplan fest: „Man muss mehrere Tage Stabilität haben in der Zahl unter 100 und kann dann an die Öffnungen denken“, sagte Müller. „Das heißt, wir bereiten uns in Berlin darauf vor, dass wir vielleicht Mitte nächster Woche da mehr anbieten können.“ Bei der Senatssitzung am Dienstag (18.5.) könnten Beschlüsse gefasst werden, die Lockerungen möglich machen.

Was bedeutet der Inzidenzwert für Ausgangssperren? 

In Berlin gilt die Corona-Notbremse seit dem 24. April. Diese beinhaltet auch eine Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr. Aufgehoben wird sie nur, wenn der Inzidenzwert in der Stadt an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegt.  Sonn- und Feiertage werden dabei nicht einberechnet. Damit gelten die Ausgangssperren in dieser Woche weiter. 

Öffnet die Gastronomie? 

Gaststätten dürfen so lange der Inzidenzwert über 100 liegt nicht für den Publikumsverkehr öffnen. 

Was bedeutet der Inzidenzwert für körpernahe Dienstleistungen? 

Körpernahe Dienstleistungen dürfen nur zu medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken in Anspruch genommen werden. Als Ausnahme gilt der Friseurbesuch und die Fußpflege – unter der Bedingung, dass Kunden einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen können. 

Was bedeutet der Inzidenzwert für Kultureinrichtungen? 

Michael Müller hatte am Freitag als der Inzidenzwert erstmals seit Langem unter 100 gesunken war, mögliche Lockerungen angekündigt. Dem rbb hatte er mit Blick auf die Senatssitzung am Dienstag gesagt: „Wir werden uns die Kultur und die Gastronomie vornehmen, also alles, was im Außenbereich möglich ist“. Müller mahnte aber auch zur Vorsicht. Laut Müller wird der Senat in den kommenden Tagen entscheiden, ob die Berlinale wie geplant im Juni als Open-Air-Veranstaltung stattfinden kann. Berlin müsse sich dabei aber an das Bundesgesetz und die Notbremse halten.