Berlin - Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in seinem jüngsten Wochenbericht zur Kontaktvermeidung aufgerufen. Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen, rate das RKI „dringend dazu, größere Veranstaltungen möglichst abzusagen oder zu meiden, aber auch alle anderen nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

„Die aktuelle Entwicklung ist sehr besorgniserregend und es ist zu befürchten, dass es zu einer weiteren Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle kommen wird und die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten überschritten werden“, schreibt das RKI weiter. Ab sofort sollten von jedem Bürger und jeder Bürgerin möglichst alle anwendbaren Maßnahmen umgesetzt werden: die Kontaktreduktion, das Tragen von Masken, die Einhaltung des Mindestabstands und der AHA+L Regeln sowie das regelmäßige und gründliche Lüften von Innenräumen. Diese Empfehlungen gelten laut dem RKI auch für Geimpfte und Genesene.

RKI: Gefährdung für Gesundheit Ungeimpfter sehr hoch

Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der nicht oder nur einmal geimpften Bevölkerung in Deutschland insgesamt als „sehr hoch“ ein. Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als „moderat, aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen ansteigend“ eingeschätzt.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach riet am Montag von Karnevalsfeiern in Innenräumen dringend ab. „Der Karneval kann zum Superspreader-Event werden“, sagte der Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Wir stehen vor einer sehr massiven Welle“, warnte Lauterbach. Für den Karneval gelte deshalb: „Wenn möglich: Draußen feiern! Falls es drinnen ist, muss striktes 2G gelten. Mit Kontrollen. Aber auch dann sind Veranstaltungen in Innenräumen eine Riesengefahr. Deshalb ist jede abgesagte Karnevalsveranstaltung im Innenraum eine gute Veranstaltung. Denn sie schützt Leben.“

Wegen der drastischen Zunahme von Corona-Neuinfektionen forderte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bereits die Absage von Weihnachtsmärkten. In der Sendung „Frühstart“ bei RTL/ntv sagte der CDU-Politiker: „Man kann sich doch nicht vorstellen, dass man auf dem Weihnachtsmarkt steht, Glühwein trinkt und in den Krankenhäusern ist alles am Ende und man kämpft um die letzten Ressourcen.“ Bund und Länder müssten Kommunalpolitikern und Marktbetreibern die Entscheidung abnehmen.