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Muse-Gitarrist Matthew Bellamy lässt es krachen.
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«Ich bin so dankbar, dass es wieder geht»: Jan Delay bei «Rock im Park».
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Das Gelände des Festivals «Rock am Ring». Das Festival ist mit 90.000 Besuchern ausverkauft.
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Frontmann Brian Molko tritt mit seiner Band Placebo auf der Hauptbühne bei «Rock am Ring» auf.
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In Nürnberg findet parallel zu «Rock am Ring» das Zwillingsspektakel «Rock im Park» mit zeitversetzt weitgehend denselben Musikern und Musikerinnen statt.
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dpatopbilder - Die italienische Rockband Maneskin mit Bassistin Victoria De Angelis und Gitarrist Thomas Raggi spielt bei «Rock im Park».
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Frontmann Billie Joe Armstrong von der US-Band Green Day auf der Hauptbühne des Open-Air-Rockfestivals «Rock am Ring». Das Festival ist mit 90.000 Besuchern ausverkauft.
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Polizisten gehen über das «Rock im Park»-Gelände in Nürnberg.
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dpatopbilder - Viele Festivalbesucher des Open-Air-Festivals «Rock am Ring» zelten auf riesigen Campingflächen rund um die Eifelrennstrecke.
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Nur nichts anbrennen lassen: Das Rote Kruez vermutet, «dass die Menschen umsichtiger und vorsichtiger sind, um nach zwei Jahren Pandemie die Veranstaltung genießen zu können».

Nürburg/Nürnberg - Abtanzen, Liebes-Duschen für Fans, kaum Masken und viel Gemeinschaftsgefühl: Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause haben mehr als 160.000 Menschen das Comeback der Kultfestivals „Rock am Ring“ in Nürburg und „Rock im Park“ in Nürnberg gefeiert.

„Dieses Festival bedeutet so viel für uns alle“, rief der Green-Day-Sänger Billie Joe Armstrong beim Auftritt in Nürnberg und warf Kusshände ins Publikum.

Am Nürburgring sprachen die Veranstalter bei 90.000 Teilnehmern von einem Besucherrekord: „Der Neustart hätte besser nicht laufen können. Die Aufbruchstimmung und Freude, wieder Teil eines Festivals zu sein, war überall zu spüren.“ Ein Polizeisprecher sagte zum Auftakt: „Die Leute sind gierig nach Spaß und Freude.“

Ruhiger und entspannter als sonst

Viele schienen Corona aber nicht ganz verdrängen zu können und verhielten sich nach dem Eindruck von Helfern vorsichtiger und vernünftiger als in früheren Jahren. „Dieses Jahr ist es ruhiger und entspannter als wir es sonst kennen“, sagte Sohrab Taheri-Sohi vom Bayerischen Roten Kreuz in Nürnberg. Demnach gab es hunderte Einsätze weniger als 2019. „Die Zahl der Straftaten ist sehr niedrig im Vergleich zu Vor-Corona-Jahren“, hieß es von der Polizei in Nürburg. „Die Leute sind gut drauf, aber sie machen uns wenig Arbeit.“

Den Fans im Gedränge vor den Bühnen war anzumerken, wie sehr sie es genossen, wieder zusammen zu feiern und zu tanzen. Viele lagen sich in den Armen, sprangen wie wild im Takt der Musik, sangen und jubelten, bis sie heiser waren. Die Münchner Band Sportfreunde Stiller war am Sonntag von so viel Feierfreude überrascht: „Am dritten Tag so viele Menschen, Wahnsinn!“, sagte Sänger Peter Brugger in Nürnberg. „Es ist unglaublich, wir sind zurück in unserem gefühlten Festival-Wohnzimmer.“

Insgesamt feierten rund 75.000 Musikfans bei „Rock im Park“ mit Bands wie Placebo, Deftones und Muse - viele der insgesamt Dutzenden Bands treten zeitversetzt jeweils bei beiden Festivals auf. Am Nürburgring gab es zum Auftakt eine Überraschung: Als die Alternative-Rockband Donots den Tote-Hosen-Klassiker „Hier kommt Alex“ anstimmte, stiegen die Toten Hosen plötzlich persönlich auf die Bühne. Jubel, noch ein Lied, dann trat die Düsseldorfer Kultband wieder ab.

Die meisten Besucher übernachteten auch in diesem Jahr auf riesigen Campingflächen. Und wie sonst gab es viel nackte Haut zu sehen. Bei der sommerlichen Hitze trugen viele Frauen Hotpants und knappe Tops, etliche Männer verzichteten ganz auf T-Shirts. Beliebt waren skurrile Kopfbedeckungen, Einhornkostüme und Glitzer auf der Haut. „Die Leute sind offen und gut drauf“, meinte ein 31-Jähriger, der aus Sachsen zum Festival gereist war.