Rock im Park: Kritik an Pantera-Auftritt nach Hitlergruß

Vor der großen Pantera-Reunion bei Rock im Park hagelt es Kritik an Band und Veranstaltern. Sänger Phil Anselmo sei bereits mehrfach rassistisch aufgefallen.

Pantera-Sänger Phil Anselmo bei einem Auftritt in Sao Paulo.
Pantera-Sänger Phil Anselmo bei einem Auftritt in Sao Paulo.imago/Yuri Murakami

Wegen Rassismusvorwürfen gegen die US-Metal-Band Pantera ist das Musikfestival Rock im Park in die Kritik geraten. Phil Anselmo, Sänger der weltberühmten Band, habe „vielfach und bewusst Nazi-Symbole gezeigt bzw. rassistische Kampfparolen gebrüllt“, hieß es in einer Stellungnahme der Grünen Stadtratsfraktion in Nürnberg vom Montag. Dass Pantera bei Rock im Park nun ausgerechnet auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg auftreten soll, überschreite „die Grenze des Tragbaren“. Man fordere die Veranstalter dazu auf, die Einladung zu überdenken.

Hintergrund der inzwischen tausendfach geteilten Kritik ist ein Video aus dem Jahr 2016, in dem Anselmo bei einem Konzert die rassistische Parole „White Power“ ruft und den Hitlergruß zeigt. „Ein Hitlergruß ist kein Versehen“, schrieb auch „Neo Magazin“-Autor Patrick Stenzel bei Twitter. Die Kritiker fordern: „Keine Bühne für Nazis“.

Rock im Park: Pantera soll zweite Chance kriegen

Die unter Druck geratenen Veranstalter des Festivals gaben angesichts vielfacher Beschwerden am Mittwoch ebenfalls ein Statement zum im Netz bereits als „Causa Pantera“ gehandelten Skandal ab. Die rassistische Ausfälle des Sängers seien dort im Vorfeld bekannt gewesen – man habe das Gespräch gesucht.

„In mehreren Gesprächen wurde uns glaubwürdig versichert, dass Phil Anselmos Verhalten von 2016 in keinem Fall die Ansichten der Band widerspiegelt und er sein Auftreten aufrichtig und tief bereut“, teilten die Veranstalter bei Instagram mit. Man habe sich letztlich dazu entschlossen Pantera trotz der Kontroverse auftreten zu lassen, „und somit unzähligen Rockfans den Traum zu erfüllen, das Werk von Pantera noch einmal live zu erleben“.

Stellungnahme stößt auf wenig Verständnis

Die vierköpfige Metal-Band aus dem US-Bundesstaat Texas hat die Entstehung des Genres in den 1980ern und 1990ern maßgeblich mitgeprägt. Nachdem Pantera im Jahr 2003 ihre vorläufige Trennung bekannt gegeben hatten, kündigte Sänger Anselmo im Sommer letzten Jahres überraschend eine Reunion-Tour an.

Die Rücksichtnahme der Veranstalter auf nostalgische Fans traf im Netz auf wenig Verständnis. „Das Statement ist ein Witz“, betonte Stenzel bei Twitter. Bei Rock im Park und der Schwesterveranstaltung Rock am Ring soll im Juni auch die Berliner Hip-Hop-Gruppe K.I.Z. auftreten, die sich immer wieder öffentlich gegen Rassismus und Rechtsextremismus stark macht. Fans erhoffen sich eine noch ausstehende Stellungnahme der politisch engagierten Rapper.