Berlin - Das Corona-Jahr 2020 war eine Katastrophe für Konzertfans, tolle Albumveröffentlichungen trösteten jedoch über manche Live-Lücke hinweg. Von den Ärzten über die Pet Shop Boys bis hin zu Taylor Swift: Viele Stars haben geliefert. Auch 2021 dürfte spannend werden, obwohl die Pandemie erneut Fragezeichen setzt. Ein Überblick mit festen Veröffentlichungsterminen – und ein paar reizvollen Spekulationen.

ALICE COOPER: 72 Jahre alt ist der „Schock-Rocker“ mittlerweile und privat schon lange ziemlich zahm. Mit der als Vorbote erschienenen Single „Rock 'n' Roll“ und dem neuen Album „Detroit Stories“ (26. Februar) begibt sich Alice Cooper zurück zu seinen Wurzeln, mit einer Hommage an seine Heimatstadt und deren wilden Heavy Rock der 70er.

THE CURE: Seit 2008 warten Fans der britischen Düster-Rocker auf eine neue Platte. Erst sollte es 2019 so weit sein, dann 2020. Pustekuchen. Vielleicht ja 2021. Gefragt nach einem Veröffentlichungsdatum sagte Cure-Frontmann Robert Smith einmal: „Ich bin zu alt, um mich auf solche idiotischen Dinge einzulassen. Abwarten und Tee trinken.“

FOO FIGHTERS: Frontmann Dave Grohl gehört zu den sympathischsten Stars im Rock-Zirkus – und seine 1994 auf Nirvana folgende US-Band zu den zuverlässigsten. Das neue Werk „Medicine At Midnight“ (5. Februar) soll „25 auf eine halbe Stunde komprimierte Jahre“ Revue passieren lassen. Äußerst unterhaltsam wird das bestimmt wieder.

FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE: Die Band aus Niedersachsen hat mit ihrem internationalen Sound deutsche Rock-Geschichte mitgeschrieben – mit Millionen verkauften Tonträgern und über 1500 Konzerten weltweit. Nach der Auflösung 2008 und Reunion-Gigs seit 2017 stehen Kai Wingenfelder und Co. mit „Now“ (23. April) vor einer Rückkehr.

BARRY GIBB: Für sein Album „Greenfields“ (8. Januar) setzt der letzte lebende Bee Gee legendären Superhits der Gibb-Brüder wie „Run To Me“, „Too Much Heaven“, „Words“ oder „To Love Somebody“ einen Cowboyhut auf. Die Country-Duette mit Dolly Parton, Olivia Newton-John, Sheryl Crow und Keith Urban nahm er natürlich in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee auf.

JANET JACKSON: Schon für den vergangenen Sommer hatte die US-Sängerin eine neue Platte angekündigt. „Ich bin ein Stein, ich habe eine harte Schale“, sagte sie über „Black Diamond“. Dann kam Corona – seitdem herrscht Funkstille in Sachen frischer Musik. Vielleicht ja 2021. Seit dem Album „Unbreakable“ sind schon über fünf Jahre vergangen.

MANIC STREET PREACHERS: Die kämpferischsten Sozialisten unter den Britpop-Bands der 90er sind reif für ein Comeback. Laut Frontmann James Dean Bradfield ist es bald so weit. Wenn diese Manics-Platte annähernd so gut ist wie „Even In Exile“, Bradfields Victor-Jara-Hommage von 2020, dann dürfen sich Rockfans wirklich freuen.

SELIG: Die Hamburger Band warnt vor der Katastrophe: „Feuer, Feuer überall / und die Welt rast weiter mit Überschall“, singt Jan Plewka in einem neuen Lied, dem Vorboten der kommenden Platte „Myriaden“ (12. März). Gesellschafts- und Klimapolitik sollen auf der Agenda des von Deutschrock-Ikone Rio Reiser beeinflussten Songwriters stehen.

BRUCE SPRINGSTEEN: Der „Boss“ ist so fleißig wie selten zuvor in seiner 50-jährigen Karriere. Nach dem Folkpop-Meisterwerk „Western Stars“ (2019) und dem wuchtigen „Letter To You“ mit der E Street Band (2020) ist ihm ein weiteres großes Alterswerk zuzutrauen. Songs dafür habe er reichlich, kündigte Springsteen bereits an.

STEVEN WILSON: Mit „To The Bone“ (2017) war der Progrock-Maestro in Deutschland so erfolgreich wie nie zuvor. Ob der Brite den Weg zu kommerzielleren Popsongs auf dem Nachfolger „The Future Bites“ (29. Januar) weitergeht? Ältere Fans von Wilson und seiner Band Porcupine Tree sehen diesem Album mit gemischten Gefühlen entgegen.