Berlin - Kurz vor dem Regierungswechsel hat der CDU-Vorsitz-Kandidat Norbert Röttgen seine Partei davor gewarnt, in der Opposition in den Populismus abzurutschen. „Wenn die Regierung Fehler macht, muss das scharf kritisiert werden, aber mit Argumenten, nicht nur mit plakativen Vokabeln“, sagte Röttgen den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Montag. Die CDU müsse „mit eigenen Inhalten zeigen, dass wir ein gutes Angebot für die Wählerinnen und Wähler haben“.

Röttgen sagte, nach der schweren Wahlniederlage befinde sich die CDU in einem „gefährlichen Zustand“. Sie sei „als Volkspartei erstmals gefährdet“.

Röttgen: „‚Ampel‘ bietet genug Anlass, sie in der Sache zu kritisieren“

Klar grenzte Röttgen sich von dem unter anderem von führenden CSU-Politikern verwendeten Begriff „Links-Gelb“ als Bezeichnung für die neue Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP ab. „Ich habe diesen Begriff bislang nicht verwendet und habe das auch nicht vor“, sagte Röttgen. „Die ‚Ampel‘ bietet schon jetzt genug Anlass, sie in der Sache zu kritisieren.“

Seit Samstag können die rund 400.000 CDU-Mitglieder in einer Basisbefragung über den neuen Vorsitzenden abstimmen. Neben Röttgen bewerben sich der Abgeordnete Friedrich Merz und der geschäftsführende Kanzleramtsminister Helge Braun um den Parteivorsitz. Das Ergebnis soll am 17. Dezember bekannt gegeben werden.