Berlin - Nach der Sprengstoffexplosion in einem Hinterhof in Berlin-Schöneberg und dem Fund neun weiterer Rohrbomben in der Wohnung von Mitgliedern der linken Szene ist auch der Verfassungsschutz in die Ermittlungen einbezogen. „Der Verfassungsschutz steht in engem Austausch mit der Polizei“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Mittwoch im entsprechenden Ausschuss. Federführend sei aber die Polizei. Geisel betonte, er könne linksextremistische Hintergründe und ein politisches Motiv „noch nicht bestätigen“. Er schließe sie aber auch nicht aus. Die Ermittlungen würden noch laufen.

Verdächtiger arbeitete für linke Beratungsstellen

Der CDU-Abgeordnete Stephan Lenz kritisierte, die beiden festgenommenen Verdächtigen seien bekannt und weitere Informationen zu politischen Hintergründen müssten vom Senat mitgeteilt werden. Der AfD-Abgeordnete Ronald Gläser sagte, die beiden Männer seien Politikwissenschaftler, einer hätte für bekannte linke Beratungsstellen, die vom Senat unterstützt würden, gearbeitet, und die Polizei müsse darüber auch informieren.

Bei der Explosion am 4. Februar war niemand verletzt worden und auch der Schaden hielt sich in Grenzen. Gegen einen 29-jährigen Verdächtigen wurde ein Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts diverser Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz erlassen. In seiner Wohnung waren die weiteren Rohrbomben gefunden worden. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Ein zweiter Verdächtiger wurde entlassen. Die Polizei prüft weiter, ob es einen Zusammenhang zu einer Explosion am 20. Januar in der Nähe gibt. Dabei wurden Fensterscheiben und Autos beschädigt.