Die Linke-Bundesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow tritt zurück. Das erklärte die Politikerin am Mittwoch auf ihrer Internetseite. Als einen von drei Rücktrittsgründen nannte sie den Umgang mit Sexismus in ihrer Partei. Dies bezieht sich offenbar auf die als #LinkeMeToo bezeichneten Vorfälle in der hessischen Linken. In diesem Zusammenhang gibt es aktuell Vorwürfe gegen Hennig-Wellsows Co-Bundesvorsitzende Janine Wissler.

Das Magazin Spiegel berichtete, dass es in der hessischen Linken über Jahre hinweg zu sexuellen Übergriffen gekommen sei. Zu den Beschuldigten soll demnach auch der Ex-Lebensgefährte Wisslers gehört haben. Der Mitarbeiter der Linke-Landtagsfraktion soll sich 2018 und 2019 übergriffig gegenüber einer jungen Frau aus der Partei verhalten haben.

Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow waren im Februar 2021 an die Bundesspitze der Linkspartei gewählt worden.

Wörtlich teilte Hennig-Wellsow am Mittwoch mit:

„Ich trete aus drei Gründen vom Amt der Parteivorsitzenden zurück:

1. Meine private Lebenssituation erlaubt es nicht, mit der Kraft und der Zeit für meine Partei da zu sein, wie es in der gegenwärtigen Lage nötig ist. Ich habe einen achtjährigen Sohn, der mich braucht, der ein Recht auf Zeit mit mir hat. Aber auch die Linke braucht in dieser Situation eine Vorsitzende, die mit allem, was sie hat, für die Partei da ist.

2. Die vergangenen Monate waren eine der schwierigsten Phasen in der Geschichte unserer Partei. Erneuerung ist umso mehr nötig, und diese Erneuerung braucht neue Gesichter, um glaubwürdig zu sein. Die Linke hat es verdient, von Menschen geführt zu werden, die unseren Anhänger:innen und Mitgliedern wieder Mut machen.

3. Der Umgang mit Sexismus in den eigenen Reihen hat eklatante Defizite unserer Partei offen gelegt. Ich entschuldige mich bei den Betroffenen und unterstütze alle Anstrengungen, die jetzt nötig sind, um aus der Linken eine Partei zu machen, in der Sexismus keinen Platz hat.“