Am Strand von Juliusruh auf Rügen angespülte Quallen.
Foto: Berliner Zeitung

RügenAn den letzten warmen Spätsommertagen in diesem Jahr berichten Urlauber von einer Quallenplage auf Rügen. Die Strände seien voll mit gestrandeten Ohrenquallen, hieß es auf Nachfrage der Berliner Zeitung auch bei örtlichen Hoteliers und Fischern. Vereinzelt wurden neben den harmlosen Ohrenquallen allerdings auch Feuerquallen entdeckt.

„Dies ist ein sehr gutes Quallenjahr”, sagt die biologische Ozeanographin Cornelia Jaspers kürzlich. So habe der warme Winter den Bestand der Rippen- und auch der heimischen Ohrenquallen gefördert. Statt zwei bis drei Grad – wie sonst in den vergangenen 40 Jahren – sei das Wasser um die fünf Grad warm gewesen.

„Quallen gehören zum normalen Leben dazu”, sagte Jaspers über die Meerestiere, die mitunter hochgradig giftig sein können. „Es gibt sie schon seit 550 Millionen Jahren, das sind sehr ursprüngliche Lebewesen”, so die Meeresbiologin weiter. Welche Schlüsselrolle Quallen insgesamt im Ökosystem haben, sei „eine spannende Frage, die noch weitgehend ungelöst ist“. Der vom Aussterben bedrohte Europäische Aal im Sargassomeer ist beispielsweise davon abhängig, Quallen zu fressen.

In Japan gelten Quallen in Sojasoße und Sesamöl mariniert als Delikatesse. Vor allem der Schirm, der im Gegensatz zu den gummiartigen Innereien sehr zart ist, steht hoch in der Gunst von Feinschmeckern. Die  Quallenschirme können in Japan bis zu 20 Euro pro Kilo kosten.