Berlin - Die in der Nacht zum Dienstag vereinbarten Beschlüsse von Bund und Ländern sorgen bundesweit für Aufsehen. Erst nach fast zwölfstündigen Verhandlungen gab es in den frühen Morgenstunden Ergebnisse: Über Ostern soll das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben im Rahmen der Feier- und Ruhetage weitgehend heruntergefahren werden. Doch was bedeutet das genau? Neben Fassungslosigkeit in der Opposition und vielerlei Unstimmigkeiten in den Regierungsfraktionen macht sich eine Frage in der Bevölkerung breit: Was ist denn jetzt eigentlich noch erlaubt? 

Wer darf sich treffen? 

Vom 1. bis zum 5. April gelten im Prinzip die gleichen Kontaktregelungen wie sonst auch derzeit: Es dürfen sich maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen, Kinder bis 14 Jahre werden nicht gezählt. Paare gelten als ein Hausstand.

Eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen über die Feiertage – wie etwa an Weihnachten, als Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen möglich waren – wird es zu Ostern nicht geben. Außerdem werden die Bürger dazu ermutigt, die kostenlosen Testangebote zu nutzen – sich also vor dem Zusammenkommen testen zu lassen. Bayern und Niedersachsen kündigten am Dienstag an, in Gegenden mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen an der bisherigen Regel festzuhalten und auch an Ostern Treffen nur mit einer einzigen weiteren Person zu erlauben.

Wie sieht es mit der Kultur aus?

Die bereits geöffneten Berliner Museen müssen coronabedingt über Ostern geschlossen bleiben. „Wir wollen da Stillstand haben“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller, „da geht auch kein Galerie- oder Museumsbesuch.“ Die Staatlichen Museen kündigten bereits an, die für den 1. April geplante zweite Stufe mit Öffnung weiterer Museen zu verschieben.

Bis Ostern nicht betroffen ist laut Müller das Pilotprojekt mit verschiedenen Bühnen, an dem sich neben den Philharmonikern, dem Berliner Ensemble und der Staatsoper Unter den Linden auch die Clubcommission beteiligt, jeweils mit Veranstaltungen nur mit getestetem Publikum. Über die Osterfeiertage soll aber auch dies nicht möglich sein. 

Was ist jetzt mit den Ruhetagen?

Der Gründonnerstag (1. April) und der Karsamstag (3. April) sollten in diesem Jahr einmalig als Ruhetage gelten. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat jedoch am Mittwoch nach massiver Kritik entschieden, den Bund-Länder-Entscheid zur sogenannten Osterruhe zu stoppen. Der entsprechende Punkt zur Osterruhe, Punkt 4, der Beschlüsse vom frühen Dienstagmorgen werde nicht umgesetzt. Trotzdem sei es richtig, über Ostern Kontakte individuell möglichst stark einzuschränken.

Werden Präsenzgottesdienste durchgeführt?

Religionsgemeinschaften sind gebeten, Versammlungen über Ostern nur online abzuhalten. Die katholische und die evangelische Kirche wollen aber nicht ohne Weiteres auf Präsenzgottesdienste an Ostern verzichten. Man sei von der entsprechenden Bitte von Bund und Ländern überrascht worden, bekundeten am Dienstag der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche (EKD) in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) versicherte hingegen, in ihrem Bundesland werde es an Ostern nur digitale Gottesdienste geben

Werden Sportveranstaltungen wie geplant stattfinden? 

Es ist noch unklar, ob es zur Austragung des Spitzenspiels der Fußball-Bundesliga zwischen RB Leipzig und Bayern München kommen wird. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wollte sich am Dienstag nicht festlegen, ob die Partie wie geplant am 3. April ausgetragen werden kann. „Das werden die nächsten Tage zeigen, ob das so ist“, sagte Kretschmer.

Die Basketball-Bundesliga sieht sich von den jüngsten Corona-Beschlüssen der Politik erst einmal nicht direkt betroffen. Derzeit geht Geschäftsführer Stefan Holz fest davon aus, dass die über Ostern angesetzten Partien wie geplant angepfiffen werden. „Von alleine werden wir sie sicherlich nicht absetzen“, sagte er der dpa. Die BBL hat für Gründonnerstag drei vorgezogene Spiele des 29. Spieltags und von Karsamstag bis Ostermontag den 26. Spieltag mit neun Begegnungen angesetzt.