Gemeinsamkeiten zwischen Russen und Ukrainern scheinen sich derzeit nicht allzu sehr aufzudrängen, dabei ist mindestens eines gewiss: In diesen schwierigen Zeiten fliehen Menschen beider Nationen in Kryptowährungen. Wie das Internetprotal Quartz berichtet, befand sich das Handelsvolumen in Bitcoin, das den russischen Rubel nutzt, vorige Woche auf einem Neunmonatshoch. Auch auf ukrainischer Seite wurde dem Krypto-Forschungsunternehmen Kaiko zufolge ein deutlicher Zuwachs an Bitcoin-Käufen festgestellt: Das Handelsvolumen, das die ukrainische Währung Hrywnja für Bitcoin verwendet, hat demnach ebenfalls einen deutlichen Zuwachs zu verzeichnen.

Auch die auf Rubel laufenden Handelsvolumina für die Kryptowährung Tether, die mit dem Dollar verbunden ist, stiegen Quartz zufolge am Montag stark an. Mehr noch: Tether erreichte laut Reuters den höchsten Wert in diesem Jahr und etwa dreimal mehr als eine Woche zuvor.

Unterdessen hat der ukrainische Digitalminister Mykhailo Fedorov dem Bericht zufolge große Krypto-Börsen dazu aufgefordert, IP-Adressen aus Russland zu blockieren. Schon 2021 hatte sich US-Präsident Joe Biden besorgt zu Kryptowährungen geäußert: Diese könnten die Auswirkungen von Sanktionen womöglich abschwächen.

Wohl auch deshalb prüft die Biden-Administration offenbar Möglichkeiten, wie künftige Sanktionen auf Bitcoin und Co. abzielen könnten. Denn: Die scharfen Sanktionen des Westens im Zuge des Ukraine-Russland-Kriegs haben den Rubel gegenüber dem US-Dollar zu Fall gebracht.

Auch die ukrainische Regierung zeigte sich am vergangenen Wochenende äußerst aufgeschlossen gegenüber Krypto-Spenden. Bei Twitter rief sie dazu auf, Werte in Bitcoin, Ethereum oder Tether (USDT) zugunsten der Ukraine zu veräußern.

Quartz berichtet unter Berufung auf das Blockchain-Tracking-Unternehmen Elliptic von knapp 25 Millionen US-Dollar an Krypto- und anderen Spenden für digitale Vermögenswerte, die seit dem russischen Einmarsch eingegangen seien. Davon stammten offenbar 17 Millionen Dollar von der Regierung. Weitere Millionen seien an eine ukrainische NGO gegangen, die das Militär unterstützt, hieß es.