Die Berliner Polizei erwartet zum 9. Mai in Berlin auch Mitglieder der sogenannten Nachtwölfe, auf Russisch „Nochnye Volki“. Die Rocker gelten als Putins Motorradgang. Wie der RBB am Samstag unter Berufung auf die Polizei berichtet, sollen sich etwa 150 Mitglieder der Rockergruppe per Motorrad von Frankfurt/Main aus nach Berlin aufmachen. Sie wollen sich demnach am „Rotarmisten-Gedächtnis-Aufzug“ beteiligen, der am Montag um 11 Uhr vor Brandenburger Tor starten und zum Sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten führen soll.

Bereits am Donnerstag fuhren die ersten russischen Rocker durch Berlin. 18 der Mitglieder trafen am Nachmittag mit zwölf Motorrädern und einem Auto aus Sachsen in der Hauptstadt ein, berichtete die Bild-Zeitung. Zunächst machten sie Station am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park, anschließend rollten sie in Richtung Tiergarten.

3400 Polizisten bei Demos und Gedenkveranstaltungen im Einsatz

Am 9. Mai feiert Russland den Sieg der Sowjet-Armee über Hitler-Deutschland. In Berlin finden am 8. und 9. Mai voraussichtlich mehr als 50 Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen statt. Insgesamt sollen dafür nach Angaben eines Polizeisprechers rund 3400 Polizistinnen und Polizisten an diesem Sonntag und Montag im Stadtgebiet unterwegs sein.

Angesichts des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine wird eine „sehr sensible Gefährdungslage“ erwartet. Es gelte, ein würdevolles Gedenken an Gedenkstätten sowie Mahnmalen zu schützen – und zugleich eine „Instrumentalisierung des Gedenkens“ zu verhindern, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik.

Was genau von russischer Seite aus passiert, sei bisher undurchsichtig, heißt es aus Polizeikreisen. Die russische Botschaft hält die konkreten Zeiten ihrer Gedenkveranstaltungen in Berlin zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa geheim. „Die genauen Termine und Orte machen wir leider aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich“, teilte sie mit.