Die US-Regierung will für die EU weiterhin eine Ausnahme bei den Sanktionen gegen russische Energieexporte machen. Das US-Finanzministerium „hat seine Genehmigung für energiebezogene Transaktionen erneuert, um unsere Vorschriften an den Zeitplan für die Umsetzung des von der Europäischen Union verhängten Rohölverbots anzupassen“, sagte eine Sprecherin am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.

Eigentlich sollte die Maßnahme zum 24. Juni auslaufen, nun soll sie bis 5. Dezember verlängert werden. Die Verlängerung „wird einen geordneten Übergang ermöglichen, um unserer breiten Koalition von Partnern dabei zu helfen, ihre Abhängigkeit von russischer Energie zu verringern, während wir uns bemühen, die Einnahmequellen des Kreml einzuschränken“, fügte die Sprecherin hinzu. Die Einfuhr von russischem Öl in die USA bleibt jedoch weiterhin verboten.

Die Europäische Union hatte Ende Mai im Rahmen neuer Sanktionen gegen Moskau wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine ein schrittweises Embargo für russisches Öl angekündigt. Der Import von Rohöl per Schiff soll innerhalb von sechs Monaten enden, der Import von Erdölprodukten innerhalb von acht Monaten. Die Öl-Versorgung über die Druschba-Pipeline kann hingegen „vorübergehend“ - aber ohne Enddatum - fortgesetzt werden. Sie versorgt unter anderem Ungarn, die Slowakei und Tschechien, die sich ohne diese Ausnahme einem Embargo verweigert hätten.