Bei einem ukrainischen Angriff im Südwesten Russlands ist nach russischen Angaben ein Mensch getötet worden. Der Gouverneur der Region Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, teilte am Mittwoch im Messengerdienst Telegram mit, ein Mann sei im Rettungswagen gestorben, drei weitere Menschen seien verletzt worden.

Es handele sich um „die schwierigste Situation“ in seiner Region seitdem Russlands Präsident Wladimir Putin am 24. Februar Truppen in die Ukraine entsandt habe, sagte er. Die Ukraine habe das Dorf Solochi getroffen, dabei sei ein Haus teilweise zerstört worden. Die Mitteilung erfolgte am 77. Tag der russischen Militärkampagne, durch die in der Ukraine tausende Menschen starben.

Die Behörden im Grenzgebiet zur Ukraine werfen den ukrainischen Truppen regelmäßig Angriffe auf russischem Gebiet vor. Betroffen seien vor allem die Regionen Belgorod und Kursk. Im Arpil hatte Gladkow erklärt, ukrainische Hubschrauber hätten ein Treibstofflager in Belgorod attackiert.

In Kursk gilt eine erhöhte Warnstufe der Terrorgefahr

Die Angaben waren nicht von unabhängiger Seite überprüfbar. Im Gebiet Kursk wurde nach Behördenangaben von der russischen Luftabwehr eine ukrainische Drohne abgeschossen. Es sei niemand verletzt worden, hieß es. In Kursk gilt eine erhöhte Warnstufe der Terrorgefahr, die wegen anderer Vorfälle in den vergangenen Wochen bis zum 25. Mai verlängert wurde.

Die Grenzregionen, darunter auch Brjansk und Woronesch, hatten wiederholt einen Beschuss von ukrainischer Seite beklagt. Die Ukraine weist Vorwürfe, Ziele wie Munitionsdepots oder Kraftstofflager im großen Nachbarland beschossen zu haben, in der Regel zurück. Russland hatte gedroht, Kommandostellen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew als Ziele seiner Raketenangriffe ins Visier zu nehmen, sollte der Beschuss nicht aufhören.

Justizminister Buschmann: Ukraine darf sich verteidigen

Um sich gegen den völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg auf ihr Staatsgebiet zu verteidigen, darf die Ukraine nach Auffassung von Bundesjustizminister Marco Buschmann in begrenztem Umfang auch in Russland militärisch agieren. „Im Kriegsvölkerrecht ist man sich einig: Wenn man Opfer eines Aggressors ist, darf man sich verteidigen“, betonte der FDP-Politiker am Mittwoch während einer Befragung im Bundestag.