Russland: Mobilisierungschef Roman Malyk tot aufgefunden

Der 49-Jährige war als Mobilisierungschef für die Rekrutierung russischer Kämpfer für den Ukraine-Krieg zuständig. 

Ein Streifenwagen der russischen Polizei steht an einem Einsatzort. (Symbolbild) 
Ein Streifenwagen der russischen Polizei steht an einem Einsatzort. (Symbolbild) Imago//Sergey Kuznecov

Der russische Militärkommissar Roman Malyk aus der Stadt Partisansk im äußersten Osten Russlands ist am Freitag tot aufgefunden worden. Der 49-Jährige war als Mobilisierungschef für die Rekrutierung russischer Kämpfer aus der Region um Wladiwostok für den Krieg in der Ukraine zuständig, berichten mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf ukrainische Zeitungen. Zuvor hatte Nexta darüber berichtet. 

Die Stadtverwaltung von Partisansk postete laut T-Online die Todesmeldung im russischen sozialen Netzwerk VKontakte und bezeichnete seinen Tod als „tragisch“. Zudem heißt es: „Das Herz eines starken und mutigen Mannes, der viele ‚Brände‘ durchgemacht hat, aber nie unter der Last schwieriger militärischer Ereignisse und vieler Verluste gebrochen ist, ist stehen geblieben.“ Malyk hatte als Soldat in den beiden Tschetschenienkriegen 1994 und 1999 gekämpft.

Unterschiedliche Angaben über den Fundort der Leiche

Die Leiche des Kommissars soll „auf einem Zaun gefunden“ worden sein, so lokale Medien. Außerdem sollen „Spuren eines Suizids“ entdeckt worden sein. Ein russischer Telegram-Kanal behauptet hingegen, die Leiche wäre hängend „neben einem Zaun“ aufgefunden worden. Anderen Quellen zufolge ist Malyk in seinem Büro verstorben. Die Polizei ermittelt wegen Mordes, schließt aber auch Selbstmord nicht aus. Malyks Angehörige glauben nicht an einen Suizid.

Im größten Land der Welt ereigneten sich in den letzten Wochen und Monaten diverse mysteriöse Todesfälle in Kreisen russischer Eliten. Seit Wladimir Putins Anordnung der Teilmobilmachung Ende September für den Ukraine-Krieg kommt es in Russland zu regelmäßigen Protesten.