Medien auf Youtube gesperrt: Kreml rächt sich an Google

Seit dem Ukraine-Krieg hat Google Funktionäre oder russische Medien auf Youtube gesperrt. Das russische Kartellamt verhängt nun Strafen gegen den Internetriesen.

Ein Schild mit der Aufschrift „Google“ hängt vor einem Schulungsraum der Firma in der Bretagne.
Ein Schild mit der Aufschrift „Google“ hängt vor einem Schulungsraum der Firma in der Bretagne.dpa/Sebastian Gollnow

Das russische Kartellamt hat den US-Technologiekonzern Google LLC wegen des Vorwurfs, die Monopolstellung seiner Tochter Youtube auszunutzen, zu einer Strafe von zwei Milliarden Rubel (35 Millionen Euro) verurteilt. „Das führt zu plötzlichen Blockierungen und der Löschung von Nutzeraccounts ohne Vorwarnung und Begründung“, begründete die Behörde am Dienstag der Agentur Interfax zufolge ihre Entscheidung.

Seit Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Angriffs gegen die Ukraine kämpft die russische Führung auch gegen die Informationspolitik bei Google, Meta und anderen westlichen Großkonzernen mit sozialen Netzwerken.

Google hat bereits russische Youtube-Kanäle gesperrt

Google hat seit Kriegsbeginn mehrere russische Medien und Funktionäre gesperrt. Unter anderem schaltete das Unternehmen Anfang April den Youtube-Kanal der russischen Staatsduma wegen Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen ab. Viele Kanäle der russischen Staatsmedien verbreiten immer wieder Falschmeldungen. Seit Beginn der großangelegten russischen Invasion in der Ukraine werden diese Inhalte stärker kontrolliert und es wird härter gegen die russischen Staatskanäle durchgegriffen.

Daneben wurde der US-Konzern erst in der vergangenen Woche von der russischen Regierung zu einer Strafzahlung von 21 Milliarden Rubel (rund 360 Millionen Euro) verurteilt, weil sich Google geweigert hatte, vermeintlich antirussische Propaganda von seiner Videoplattform Youtube zu entfernen.