Russischunterricht in Berlin weiterhin gefragt

Russischlehrer in Berlin sehen den Krieg in der Ukraine mit Besorgnis. Doch das Interesse an der Sprache ist nach wie vor da. Volkshochschulen verzeichnen te...

Berlin/ Marburg-Russischlehrer in Berlin sehen den Krieg in der Ukraine mit Besorgnis. Doch das Interesse an der Sprache ist nach wie vor da. Volkshochschulen verzeichnen teilweise sogar eine steigende Nachfrage. „Alle meine Teilnehmer verurteilen den schrecklichen Angriffskrieg auf die Ukraine. Sie kommen aber weiterhin in die Russischkurse, weil sie an der Sprache interessiert sind, an der Kultur, vor allem der Literatur“, sagt etwa Elke Saniter, Volkshochschullehrerin in Steglitz-Zehlendorf.

Der Vorsitzende des Deutschen Russischlehrerverbands, Wilhelm Lückel, geht auch davon aus, dass der Krieg sich künftig auf die Zahl der Russischlernenden in Schulen auswirken könnte. „Russisch wird sicherlich weiter zum Kanon der Fächer gehören. Die Politik der Russischen Föderation wird die Wahl aber natürlich negativ beeinflussen“, sagt er.

Die Zahl der Schüler, die an allgemeinbildenden Schulen Russisch als Fremdsprache lernen, ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig zurückgegangen. Im Schuljahr 2020/2021 waren es laut Statistischem Bundesamt noch rund 94.000 Schüler - ein Rückgang um 83 Prozent gegenüber 1992/1993.