Russland: Corona-Impfung alle sechs Monate, über Jahre hinweg

Das Virus bleibt eine Gefahr, sagen staatliche Forscher. Sie warnen vor den nächsten Wellen.

Russlands Präsident Wladimir Putin.
Russlands Präsident Wladimir Putin.imago

Russische Forscher warnen vor den nächsten Corona-Wellen. Auch bei sinkenden Inzidenzen sei das Virus weiterhin vorhanden. Daher seien Impfungen und Auffrischungsimpfungen gegen Covid „noch mehrere Jahre lang notwendig“. Das sagt Anatoly Altshtein vom Zentralen Forschungsinstitut für Epidemiologie und Mikrobiologie Gamaleya, der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Das Institut hat den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V entwickelt. Altsheim: „Das Virus bleibt bestehen, auch wenn die Inzidenz zurückgeht. Deshalb müssen wir uns in den nächsten Jahren alle sechs Monate impfen lassen.“

Zu der aktuellen Zunahme der Inzidenz in Russland sagte der Experte weiter, dass diese „durchaus vorhersehbar“ gewesen sei. Und weiter: „Eine weitere Welle hat uns erreicht. Sie ist nicht sehr stark, aber sie ist um den ganzen Globus geschwappt.“ So sei die Morbidität gestiegen. Morbidität gibt als statistische Größe in der Epidemiologie das Verhältnis der Zahl der Erkrankten zu derjenigen der gesamten lebenden Bevölkerung wieder. Somit gibt sie Aufschluss über die Krankheitshäufigkeit bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe.

Als Grund für den laut russischen Wissenschaftlern weltweiten Anstieg werden die BA.5-Variante, die BA.4- und BA.2-Varianten sowie der Centaurus-Stamm angegeben. „Die neuen Omicron-Varianten sind für den Anstieg der Inzidenz verantwortlich“, erklärte der Experte. Altshtein rechnet zudem damit, dass man bereits „in den nächsten Wochen steigende Tendenzen sehen werden“.

„Neue Coronavirus-Varianten sind ansteckender“

Die neuen Coronavirus-Varianten seien zwar nicht tödlich, die meisten Patienten zeigten „milde Formen der Krankheit“. Zugleich seien die neuen Varianten aber ansteckender. Der Wissenschaftler stellt zudem klar: „Das Virus verschwindet nicht“.

Das staatliche Anti-Coronavirus-Krisenzentrum teilte am Mittwoch in Russland mit, dass erstmals seit dem 22. April mehr als 9000 Corona-Fälle an einem Tag bestätigt wurden. Alleine in Moskau seien am Mittwoch 3673 Fälle festgestellt worden. Das sind so viele registrierte Fälle wie seit dem 26. Februar nicht mehr.

Kreml: Impfgegner sind „gefährliche Irre“

Ende vergangenen Jahres hatte sich der Kreml in diesem Zusammenhang klar gegen Menschen positioniert, die eine Corona-Impfung ablehnen. Menschen, die sich weigern, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen und zudem aktiv versuchen würden, andere zur Ablehnung der Covid-Impfung zu bringen, seien „gefährliche Irre“. Das hatte Dimitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, in einer eigenen Sondersendung zu Covid-19 im russischen Fernsehen gesagt.