Russland hat aus dem besetzten Schwarzmeergebiet Cherson Getreide ins eigene Land importiert. Wie die Tagesschau berichtete, geht es darum, Platz in den Speichern für die neue Ernte zu schaffen. Der Vizechef der prorussischen Militärverwaltung von Cherson, Kirill Stremoussow, teilte dies der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit.

Kiew warf Moskau erneut vor, Getreidevorräte aus den besetzten Gebieten zu stehlen. Fast 500.000 Tonnen Getreide hätten russische Truppen illegal aus Charkiw, Cherson, Saporischschja, Luhansk und Donezk exportiert, so der stellvertretende ukrainische Agrarminister, Taras Vysotskyi. Besonders über den besetzten Hafen von Mariupol sollen große Mengen Getreide verschifft worden sein.

Ukraine-Krieg: Spekuliert Putin auf eine Hungerkrise?

Seit Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine sind die Lebensmittelpreise deutlich gestiegen. Die Ukraine ist einer der größten Getreideexporteure weltweit. Westliche Politiker werfen Russland vor, auf eine Hungerkrise zu spekulieren und sie als Druckmittel einzusetzen, damit der Westen die Sanktionen abschwächt.

Derweil gehen die heftigen Kämpfe im Osten der Ukraine weiter. Die ukrainischen Streitkräfte sind in der südlichen Region Cherson zum Gegenangriff übergegangen. Der ukrainische Generalstab teilte in der Nacht zum Montag mit, in der Nähe der drei Dörfer Andrijiwka, Losowe und Bilohirka sei die russische Armee zurückgedrängt worden.