Berlin - Die Siemensbahn in Berlin-Spandau könnte nach ihrer Wiederbelebung über die Havel hinaus nach Hakenfelde verlängert werden. Das hat eine technische Machbarkeitsuntersuchung des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) ergeben. Sie beinhaltet drei Streckenvarianten mit Haltepunkten jeweils in Gartenfeld, der Wasserstadt Oberhavel und in Hakenfelde. Möglich sei eine Hochbahn, eine Kombination von Hochbahn- und Tunnelabschnitten sowie ein Tunnel, der entweder in offener Bauweise oder im Schildvortrieb von einer Tunnelbohrmaschine entstünde.

Die Varianten mit Bohrtunneln seien wahrscheinlich mit hohen Kosten verbunden, teilte der VBB mit. Bei den weiteren Planungen solle auch eine Straßenbahnverbindung zwischen dem früheren Flughafen Tegel und dem Rathaus Spandau geprüft werden. „Hierdurch wird eine ausgewogene Abwägung hinsichtlich der zu realisierenden Verkehrsmitteln möglich sein“, erklärte der VBB.

Siemensbahn: Inbetriebnahme bis 2029 angepeilt

Die Siemensbahn ist eine S-Bahn-Strecke, die am Bahnhof Jungfernheide beginnt und über die Spree hinweg nach Siemensstadt führt. Die rund 4,5 Kilometer lange Trasse, die Siemens einst für 14 Millionen Reichsmark gebaut hatte, ging 1929 in Betrieb. 1980 endete der Zugbetrieb, nachdem West-Berliner S-Bahner in den Streik getreten waren.

Nach dem Ende des Konflikts nahm das DDR-Unternehmen Deutsche Reichsbahn, das damals auch in diesem Teil der Stadt für den Schienenverkehr verantwortlich war, auch auf dieser Strecke den S-Bahn-Verkehr nicht wieder auf. Die über 800 Meter auf einem stählernen Viadukt verlaufende Trasse geriet in Vergessenheit und verfiel – und wäre wohl nie wieder für die Wiederinbetriebnahme vorgesehen worden, wenn Siemens nicht angekündigt hätte, nebenan Siemensstadt 2.0 zu schaffen, einen Campus für Forschung, Produktion und Wohnen. Auf der Siemensbahn, inzwischen Teil des Infrastrukturprojekts i2030, sollen S-Bahnen zum Berliner Hauptbahnhof fahren.

Zuletzt war eine Inbetriebnahme der Bahn bis 2029 im ersten Bauabschnitt angepeilt worden. 2020 begann die Deutsche Bahn mit ersten Vorbereitungen für das Projekt, zu dem der Bau einer Spreebrücke gehört. Diskutiert werden auch ein drittes Gleis im S-Bahnhof Jungfernheide sowie der weitere Ausbau dieses Knotenpunkts an der Ringbahn. Die nun vorgelegte Machbarkeitsstudie betrifft den zweiten Abschnitt zwischen Gartenfeld und dem Spandauer Stadtteil Hakenfelde, der neu gebaut werden müsste.

Mögliche Weiterführungen in Richtung Westen

Alle drei Streckenvarianten beginnen am S-Bahnhof Gartenfeld im Norden des Spandauer Stadtteils Siemensstadt. Jeweils ein Halt wäre östlich der Havel in der Wasserstadt Oberhavel, der andere Halt westlich des Flusses in Hakenfelde geplant. Auf der VBB-Karte werden mögliche Weiterführungen in Richtung Westen angedeutet.

Bei der nördlichsten Variante läge der erste S-Bahnhof am Haveleck nahe der Daumstraßenbrücke. Der zweite S-Bahnhof ließe sich am östlichen Ende der Hakenfelder Straße lokalisieren, unweit der Einmündung in die Streitstraße.

Bei der zweiten Variante würde sich die Station in der Wasserstadt Oberhavel unweit der Einmündung der Rhenania- in die Daumstraße befinden. Der S-Bahnhof Hakenfelde würde auf dem Gelände des ehemaligen Siemens-Luftfahrtgerätewerks östlich der Streitstraße befinden.

Die dritte Streckenvariante sieht vor, den S-Bahnhof Wasserstadt Oberhavel im Bereich Rhenania-/Ruppiner Straße anzulegen. Die Hakenfelder Station würde westlich der Streitstraße im Bereich Hohenzollernring gebaut.