Berlin - Bevor 36 Jahre nach Maueröffnung die Dresdner Bahn zwischen Südkreuz und Blankenfelde wieder hergestellt ist, müssen sich S-Bahn-Fahrgäste noch mehreren Geduldsproben unterziehen. Die Linie S2 muss wegen des Baus der zweigleisigen Fernbahnstrecke mehrmals monatelang unterbrochen werden, damit Ende 2025 der BER in 20 Minuten und Dresden in 80 Minuten vom Berliner Hauptbahnhof aus erreicht werden kann.

Die S2 wird 2021 vom 24. Juni bis zum 9. August zwischen Südkreuz und Blankenfelde unterbrochen. 2022 vom 4. April bis zum 2. Mai zwischen Priesterweg und Blankenfelde und gleich anschließend bis 11. Dezember 2022 zwischen Lichtenrade und Blankenfelde.

Wiederum gleich anschließend bis zum 17. April 2023 werden keine S-Bahn-Züge zwischen Mahlow und Blankenfelde fahren, erklärte Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese auf Anfrage zweier CDU-Abgeordneter. In diesen Zeiten werden die S-Bahn-Gleise verschoben, weil die Eisenbahn auf ihrer Trasse fahren wird.

Wenig Aussicht auf neue Stationen

Wenig Hoffnung machte Streese, was Wünsche nach neuen Stationen angeht. Die Deutsche Bahn zeige sich skeptisch, was einen S-Bahnhof zwischen den Stationen Attilastraße und Marienfelde sowie einen Regionalbahn-Halt an der Buckower Chaussee in der Nähe des Industriegebiets Motzener Straße angehe.

Grundsätzlich könnten die Stationen gebaut werden, hatte die DB mitgeteilt. Aber bei der Eisenbahn könne der zusätzliche Halt die „Betriebsqualität“ für die ICEs nach Dresden mindern, bei der S-Bahn würde sich die Fahrzeit nach Blankenfelde um fünf Minuten verlängern. Teurer würde es wohl auch, schon ohne die neuen Stationen sind für die 16 Kilometer von Südkreuz bis Blankenfelde rund 700 Millionen Euro veranschlagt.

Falls die neuen Stationen errichtet werden, würde der Haltepunkt Buckower Chaussee bis 2025, der S-Bahnhof Kamenzer Damm zwischen 2026 und 2030 gebaut werden.

Im Rahmen der Wiedererrichtung der Dresdner Bahn werden neun Bahnübergänge durch Straßenbrücken oder -unterführungen ersetzt. Der S-Bahnhof Blankenfelde wird verschoben, im Bahnhof Blankenfelde soll es einen gemeinsamen Bahnsteig für S- und Regionalbahn geben.

Dresdner Bahn: 140 bis 160 km/h innerhalb Berlins

In Berlin soll die Dresdner Bahn Geschwindigkeiten von 140 bis 160 Kilometern pro Stunde erlauben, jenseits der Stadtgrenze 200 Stundenkilometer.

Das Projekt dauert so lange, weil es vor Baubeginn 2017 eine Unterbrechung des Planfeststellungsverfahrens durch Berlin und Rechtsstreitigkeiten gegeben hatte. Dabei ging es unter anderem um den Lärmschutz und die Frage, ob die Eisenbahn in Berlin in Tunneln fahren soll. Das wollte die Bahn aus Kostengründen nicht und setzte sich am Ende durch, was speziell in Lichtenrade zu einer optischen Teilung des Ortsteils führt.