Sachalin: Familien der mobilisierten Russen erhalten fünf Kilo Fisch

Flunder und Seelachs: Russischen Berichten zufolge werden die Familien der mobilisierten Soldaten auf der Insel Sachalin fünf Kilo Fisch pro Person erhalten.

Arktische Maräne wird auf einem Fischmarkt im Dorf Listwjanka zum Verkauf angeboten.
Arktische Maräne wird auf einem Fischmarkt im Dorf Listwjanka zum Verkauf angeboten.IMAGO/Vladimir Smirnov

Im Rahmen einer Aktion zur Unterstützung der Familien der mobilisierten Russen auf Sachalin wird jede Familie fünf Kilo Fisch pro Person erhalten. Das hat Mikhail Schuwalow, Leiter des regionalen Exekutivkomitees der Partei „Einiges Russland“, auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

„In naher Zukunft werden unsere Freiwilligen, etwa 180 Personen im gesamten Gebiet der Region Sachalin, den Familien der mobilisierten Bewohner fünf bis sechs Kilogramm pro Person bringen“, so Schuwalow. Insgesamt wurden der Region rund neun Tonnen frisch gefrorener Fisch zugeteilt: Flunder, Seelachs und Kumpellachs. 

Schoigu: Mehr als 200.000 Russen zum Militärdienst eingezogen

Nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu sind im Zuge der Teilmobilmachung bereits mehr als 200.000 Menschen eingezogen worden. „Die Ausbildung erfolgt auf 80 Übungsplätzen und in sechs Ausbildungszentren“, sagte er am Dienstag in Moskau seinem Ministerium zufolge.

Experten des britischen Verteidigungsministeriums hatten zuvor noch von erheblichen Problemen berichtet. Russland sei nicht mehr in der Lage, ausreichend Ausrüstung und militärisches Training für die große Zahl an Rekruten bereitzustellen, hieß im täglichen Kurzbericht.

Schoigu sagte, die zuständigen Stellen seien angewiesen worden, den Rekruten die notwendige Kleidung und Ausrüstung zur Verfügung zu stellen und sie einzuweisen. Nach Schoigus Darstellung haben sich viele Freiwillige gemeldet. Zahlen nannte er nicht. Es sollte niemand abgelehnt werden, „wenn es keine schwerwiegenden Gründe gibt“.

Wehrpflichtige, die ihre Dienstzeit beendet haben, sollten zudem nach Hause zurückkehren. Groß ist die Sorge unter den zumeist jungen Männern, dass sie nach ihrer Wehrdienstzeit in den Krieg im Nachbarland Ukraine geschickt werden könnten. Schoigu sagte aber mit Blick auf den Krieg, sie sollten Einheiten angegliedert werden, die nicht an der militärischen Spezialoperation beteiligt seien.

Angst vor Kriegsdienst: Hunderttausende Russen nach Kasachstan gereist

Seit der Teilmobilmachung des russischen Militärs vor knapp zwei Wochen sind bereits mehr als 200.000 russische Staatsbürger ins Nachbarland Kasachstan in Zentralasien eingereist. Diese Zahl nannte Innenminister Marat Achmetdschanow am Dienstag der Staatsagentur Kazinform zufolge vor Journalisten. Seit dem 21. September hätten 147.000 Russen die Ex-Sowjetrepublik aber wieder verlassen. Zu den Hintergründen sagte der Minister nichts.

„Gestern kamen mehr als 7000 Bürger Russlands in Kasachstan an, etwa 11 000 verließen das Land“, sagte Achmetdschanow. Es werde keine Einreisebeschränkungen für russische Staatsbürger geben. Bislang sind seinen Angaben zufolge 68 Anträge auf Einbürgerung gestellt worden.

Russlands Präsident Wladimir Putin will nach offizieller Darstellung rund 300.000 Reservisten einziehen lassen, um nach den Niederlagen der russischen Armee in der Ukraine die besetzten Gebiete zu halten. Er hatte deshalb eine Teilmobilmachung angeordnet, was bei vielen Russen Panik auslöste. Viele reisten ins Ausland aus – neben Kasachstans etwa auch nach Armenien, Georgien und in die Türkei.