Merseburg - Der Landrat des Saalekreises, Hartmut Handschak (parteilos), hat sich bereits im Dezember vergangenen Jahres impfen lassen. Das bestätigte eine Sprecherin des Kreises am Dienstag. Handschak habe bereits am 31. Dezember eine Spritze erhalten, kurz nach Beginn der bundesweiten Impfkampagne. Zunächst hatte die Mitteldeutsche Zeitung davon berichtet.

Der 59-Jährige rechtfertigte sich in der Zeitung damit, er sei zu einem Beratungstermin in einer Klinik gewesen, die bereits damit begonnen hatte, ihre Beschäftigten zu impfen. Dabei sei eine Dosis übrig geblieben, für die es weder impfwillige Beschäftigte noch geeignete Patienten gegeben habe. Deshalb habe er das „Impfangebot“ angenommen. Handschak fügte hinzu: „Aus der heutigen Situation würde ich es nicht mehr annehmen.“

Seit mehreren Tagen herrscht Empörung über die vorzeitige Impfung einiger Kommunalpolitiker, obwohl diese gemäß Impfverordnung und den darin definierten Gruppen noch nicht an der Reihe gewesen wären. In Halle an der Saale hat sich unter anderem der 63-jährige Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) im Januar impfen lassen.