Dresden - Mit einem stillen Protest haben rund hundert schwarz gekleidete Friseure, Kosmetiker und Kunden am Donnerstag in Sachsen auf ihre nach eigenen Angaben prekäre Lage durch die Corona-Pandemie aufmerksam gemacht. Weitere Aktionen sollen folgen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Friseurhandwerks der Deutschen Presse-Agentur.

Unter dem Motto „Licht an – bevor es ganz ausgeht“ will der Zentralverband die Friseure am 31. Januar dazu aufrufen, bundesweit in ihren wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Läden 24 Stunden lang das Licht brennen zu lassen. Es gehe darum, auf die schwierige Lage der Friseure hinzuweisen, deren Situation mittlerweile zum Teil dramatisch sei, hieß es.

Bei der Demonstration in Dresden brachten viele Teilnehmer Frisierpuppen mit ans Elbufer, die – wie sie selbst – Mundschutz trugen. „Wir fordern, dass die versprochene Hilfe ganz schnell an die Unternehmen ausgezahlt wird, deren Liquidität leidet“, sagte die Geschäftsführerin der Friseur-Innung Dresden, Beatrice Kade-Günther. Sie sprach von einer „katastrophalen Situation“.

Protest geht am Freitag weiter

Ihren Angaben nach haben viele der über Wochen geschlossenen Betriebe bisher keine oder nur einen Bruchteil der zugesagten Hilfsgelder bekommen. Zudem würden Perspektiven und Strategien für den weiteren Verlauf der Pandemie nach dem 14. Februar, bis zu dem der aktuelle Lockdown dauern soll, fehlen. In Sachsen gibt es laut Sächsischem Handwerkstag knapp 4000 Friseurbetriebe mit etwa 20.000 Beschäftigten und rund 2600 Kosmetikbetriebe mit etwa 7500 Beschäftigten.

Kade-Günther zufolge sind einige Betriebe bereits in Existenznot, immer mehr Salons würden die Filialschließung und die Entlassung von Mitarbeitern drohen: „Es gibt Unternehmer, die schon Hartz IV beantragen mussten.“ Corona gefährde darüber hinaus die Ausbildung und verschärfe damit den Fachkräftemangel in der Branche. Zudem befördere der Lockdown die Schwarzarbeit. Am Freitag würden die Betroffenen selbst gestaltete Trauerkarten zur Staatskanzlei schicken, kündigte Kade-Günther an – „für das beginnende Salonsterben“.