Dresden - Das Land Sachsen verbietet künftig offenbar bestimmte Formen von geschlechtergerechter Sprache an Schulen. Wie die Dresdner Neueste Nachrichten berichten, geht die Neuregelung aus einem Papier des sächsischen Kultusministeriums hervor. 

Dort heißt es offenbar: „Die Verwendung von Sonderzeichen, wie Gender-Stern, Gender-Doppelpunkt, Gender-Unterstrich oder Doppelpunkt im Wortinneren, erfüllt weder die Kriterien für eine gendergerechte Schreibung noch entspricht sie den aktuellen Festlegungen des Amtlichen Regelwerks, welches die Grundlage für die deutsche Rechtschreibung bildet und somit auch für die Schulen gilt.“ Aus diesem Grund sei gendersensible Sprache in Form von Sternchen und Co. „im Bereich der Schule und in offiziellen Schreiben von Schulen nicht zu verwenden“.

Weiterhin gestattet in der Kommunikation mit Schülern und Eltern seien geschlechtsneutrale Ausdrücke wie „Lehrkräfte“ oder „Jugendliche“. Überdies seien Konstruktionen wie „Alle, die dieses Angebot nutzen“ auch künftig erlaubt. 

Umfrage: Mehrheit der Deutschen lehnt Gendern ab

Auf Twitter ist über das Schreiben eine Debatte entbrannt. Viele bezeichnen die in Sachsen führende CDU als „Verbotspartei“. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß unterstützt die Entscheidung der Regierung in Sachsen mit den Worten: „Sehr gut: Sachsen verbannt die ideologische und grammatisch falsche Gendersprache aus den Schulen! Diesem Weg sollte sich auch Hamburg anschließen.“

Im Mai war eine Umfrage von Infratest Dimap für die Welt am Sonntag veröffentlicht worden, nach der eine Mehrheit der Deutschen gendergerechte Sprache ablehnt. Demnach halten 65 Prozent der Bevölkerung nichts von einer stärkeren Berücksichtigung unterschiedlicher Geschlechter. Auch im Bundestagswahlkampf steht das Thema Gendern auf der Agenda. So hatte Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Grüne) dafür plädiert, auf geschlechtergerechte Sprache in Gesetzestexten zu achten. Ihr Kontrahent Olaf Scholz (SPD) hält es ebenfalls für richtig, auf geschlechtergerechte Sprache zu achten. CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hingegen hat im Fernseh-Triell bei RTL vor zu viel Rücksichtnahme gewarnt: Wenn man damit begänne, „eine Sprache zu erfinden, die ganz normale Leute nicht mehr verstehen, bei der sie unsicher sind, was sie noch sagen dürfen“, führe dies nicht zu mehr Vertrauen in den Staat.