Dresden - Wegen hoher Infektionszahlen sollen sich in Kürze im Vogtland alle Einwohner ab 18 Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen können. Das kündigte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) in Dresden an. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in dem Landkreis am Dienstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 251,3. Köpping bat darum, dass nicht alle gleich losstürmen. Man brauche ein paar Tage Zeit für die Vorbereitung. Zudem müsse die Impfverordnung des Bundes geändert werden. Das erwarte man am Donnerstag. Auch bei den Hausärzten im Vogtland sollen ab kommender Woche Impfungen möglich sein.

Ab kommenden Montag sollen in Sachsen zudem die ersten über 65-Jährigen mit dem Impfstoff von Astrazeneca immunisiert werden. Laut Köpping liegt die Kapazität aller Impfzentren in Sachsen derzeit bei 13.000 Impfdosen pro Tag. Diese Zahl soll zunächst auf 20.000 erhöht werden. Dazu kämen noch die Impfungen der Hausärzte. Die sollen noch in dieser Woche impfen, voraussichtlich ab Donnerstag oder Freitag. Die Hausärzte seien an die Impfpriorisierung gebunden, hieß es.

Drei Landkreise in Sachsen mit Sieben-Tage-Inzidenz von über 100

„Wir werden unsere Kapazitäten hochfahren. Wir werden zusätzliche Impfstrecken aufbauen und die Verlängerung der Öffnungszeiten einplanen. Wir setzen aber vor allem auf ein flächendeckendes Einbinden unsere Hausärzte“, sagte Köpping. Der Bund wolle das ab April ermöglichen. Im Vogtland soll am Mittwoch in Plauen ein weiteres Impfzentrum für etwa 500 Impfungen am Tag eröffnet werden. Ferner sollen zehn Impfbusse im Vogtland im Einsatz sein.

Köpping zufolge liegen neben dem Vogtland derzeit auch noch die Landkreise Nordsachsen und der Erzgebirgskreis über der Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche (Sieben- Tage-Inzidenz). Der Landkreis Bautzen liege nur knapp darunter. Den Anstieg der landesweiten Inzidenz auf 84,4 sehe man mit Sorge. Am vergangenen Freitag habe sie noch bei 78,6 Prozent gelegen.

Köpping zufolge gibt es unterdessen 858 Hinweise auf Virus-Mutationen in Sachsen, darunter 801 mal die britische Variante. Sieben Menschen seien im Freistaat an oder mit Corona-Mutationen gestorben.