Berlin - Linke-Politikerin Sahra Wagenknecht sieht die derzeitige Coronapolitik der Bundesregierung mit Sorge. Sie mache „einfach keinen Sinn“, zudem gebe es „gebrochene Versprechen und Widersprüche ohne Ende“, teilte Wagenknecht am Donnerstag mit. So hätten Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn immer wieder versprochen, einen „Impfzwang werde es nicht geben“. Wagenknecht frage sich aber, „wie freiwillig die Impfung noch sei“, wenn „Ungeimpfte demnächst für jede Teilnahme am öffentlichen Leben Coronatests“ vorlegen müssen, ab Oktober zudem auf eigene Kosten.

Wagenknecht weiter: „Den Druck, der jetzt auf Ungeimpfte ausgeübt wird, finde ich jedenfalls unsäglich.“ Zudem ist die Linken-Politikerin der Meinung, dass die Regierung dann „konsequenterweise auch das Rauchen oder das Trinken von Alkohol verbieten“ müsse. Das aber „wäre der Weg in eine Gesundheitsdiktatur, zu der wir hoffentlich nie werden“, so die Linke-Politikerin.

Menschen aufklären und Möglichkeit zur Impfung geben

Zudem frage sie sich, wie neue Hotspots entdeckt werden sollen, „wenn kostenfreie Testmöglichkeiten abgeschafft werden“. Weiterhin sei inzwischen „klar, dass auch Geimpfte sich erneut mit dem Coronavirus infizieren und andere anstecken können“. Wagenknecht schlussfolgert daraus:  „Wer sich gegen das Coronavirus impfen lässt, schützt also in erster Linie sich selbst vor schweren Krankheitsverläufen“. Darüber sollte „jede und jeder aufgeklärt werden und die Möglichkeit zur Impfung mit dem bevorzugten Impfstoff erhalten, nicht mehr und nicht weniger“. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Sahra Wagenknecht die Impfpolitik der Bundesregierung scharf kritisiert. Kürzlich hatte sie in der ZDF-Sendung mit Markus Lanz gesagt, sie „störe dieser Panikmodus, seit Corona angefangen habe“. Zwar würde sie „jedem mit einem hohen Risiko raten, sich impfen zu lassen“, so die Politikerin. Allerdings störe sie „der moralische Druck, der aufgebaut wird“. Anlass für die Aussagen war eine Diskussion über einen Facebook-Post von Wagenknechts Ehemann Oskar Lafontaine. Darin hatte Lafontaine den SPD-Politiker Karl Lauterbach eine „Covid-Heulboje“ genannt. Lauterbach und „sogenannte Experten“ würden mithilfe der Delta-Variante „Schreckensszenarien“ in die Welt setzen, um „möglichst viele Leute zu impfen“ und „den nächsten Lockdown vorzubereiten“.