Rocket Internet investiert in viele Unternehmen.
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FrankfurtDie Besitzer von Rocket Internet wollen das Unternehmen von der Börse nehmen. Als Grund nennen die den Konzern dominierenden Samwer-Brüder einen gewünschten längerfristigen Unternehmenskurs. Die Abwesenheit vom Aktienmarkt mit seinen Berichtspflichten und der Vielzahl von Inhabern soll das ermöglichen.

Rocket Internet versucht, den Eigentümern ihre Aktien billiger abzukaufen, als sie am Montagabend – vor der Bekanntgabe der Pläne – mit 18,95 Euro zu haben waren. Die Aktionäre rechnen offenbar mit mehr, da der Kurs inzwischen um 1,3 Prozent auf 19,20 Euro zugenommen hat. Das Unternehmen ist damit etwa 2,6 Milliarden Euro wert.

Der gebotene Preis entspreche dem Durchschnittskurs der letzten sechs Monate, so Rocket. Die Corona-Krise hatte den Kurs im März auf 16 Euro einbrechen lassen, was den Durchschnitt senkt. Sollte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) einen höheren Mindestpreis errechnen, werde dieser maßgeblich sein, hieß es.

An die Börse gegangen war Rocket Internet im Oktober 2014 zu 42,50 Euro pro Aktie. Inhabern der Papiere, die sie bis heute gehalten haben, drohen hohe Verluste. Rocket Internet gründet oder investiert in Internet- und Technologie-Unternehmen. Viele seiner aktuellen und früheren Beteiligungen sind heute an der Börse notiert, etwa Zalando, HelloFresh und Delivery Hero.