Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). 
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Berlin/ Wien Berlins Staatssekretärin Sawsan Chebli und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz haben sich in der Zeitschrift Die Zeit einen Schlagabtausch in Form zweier Briefe geliefert. Chebli verstehe nach eigener Aussage nicht, wieso Kurz so vehement gegen den Corona-Wiederaufbauplan der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und des französischen Präsidenten Emmanuel Macron sei. Zudem höre sie von Kurz oft „eine Sprache, der sich sonst die Rechtspopulisten bedienen. Eine Sprache, die nicht verbindet, sondern spaltet“.

Auf Twitter schrieb Chebli dazu am Donnerstag: „Es geht um Europa und um die fehlende Solidarität, um Integration und Verantwortung und um die Frage, wo der „alte“ Kurz hin ist. Für ihn spricht: Er hat geantwortet. Ist nicht selbstverständlich“.

Zur Frage des Wiederaufbauplans antwortete Kurz: „Wir haben eine große Verantwortung gegenüber unseren Steuerzahlern, die durch eine schwere Rezession in unseren eigenen Ländern bereits eine hohe Last zu schultern haben. Wie kann es plötzlich verantwortungsvoll sein, 500 Milliarden Euro an geborgtem Geld auszugeben und die Rechnung in die Zukunft zu schicken?“

Seine rigorose harte Linie beim Thema Zuwanderung und Integration verteidigte Kurz. Es sei ihm „stets ein großes Anliegen, die Debatte über Integration in Österreich wieder zu versachlichen, abseits von linken Träumern und rechten Hetzern“. Probleme in diesem Zusammenhang solle man seiner Meinung nach nicht zudecken, aber auch nicht ausnützen.