Schach-Profi Niemann soll bei über 100 Partien betrogen haben

Der 19-jährige Schachgroßmeister soll einem Medienbericht zufolge bei Dutzenden Partien geschummelt haben. Ihm wird bereits seit Wochen Betrug vorgeworfen.

Magnus Carlsen (l.) aus Norwegen sitzt Hans Moke Niemann in einem Schachturnier gegenüber.
Magnus Carlsen (l.) aus Norwegen sitzt Hans Moke Niemann in einem Schachturnier gegenüber.dpa/Saint Louis Chess Club/Crystal Fuller

Der umstrittene US-amerikanische Schach-Großmeister Hans Moke Niemann soll bei mehr als 100 Online-Partien betrogen haben. Dies geht aus einem Bericht des Portals Chess.com hervor, der dem Wall Street Journal vorliegt. Der 19-Jährige soll die Anschuldigungen in dem Bericht sogar zugegeben haben und wurde deswegen von der Seite ausgeschlossen.

Niemann soll dem Bericht zufolge zuletzt 2020 betrogen haben. Bei manchen Schachturnieren ging es offenbar auch um Preisgeld.

Schach-Weltverband startet eigene Ermittlungen

Der prominente Schach-Weltmeister Magnus Carlsen hatte Niemann zuletzt mehrfach Betrug vorgeworfen. Ende September schrieb der Norweger auf Twitter: „Ich hoffe, dass die Wahrheit ans Licht kommt, wie auch immer sie aussehen möge.“

Anfang September war es zum ersten Vorfall zwischen den Kontrahenten gekommen. Beim Sinquefield Cup in St. Louis verlor der Superstar überraschend gegen Niemann und zog sich erstmals in seiner Karriere von einem Turnier zurück. Carlsen meinte, dass Niemanns Fortschritt in Vor-Ort-Spielen ungewöhnlich sei.

Im Bericht des Wall Street Journal gibt es keine Angaben dazu, ob Niemann auch bei direkten Schachduellen betrogen hat. Der Schach-Weltverband hatte in der vergangenen Woche bekannt gegeben, dass er eine Untersuchungskommission einsetzen wird.