Die beiden Frauen wurden vor den Augen mehrerer Schaulustiger in der indonesischen Provinz Aceh mit einem Rohrstock ausgepeitscht.
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JakartaWegen angeblicher Zuhälterei sind zwei Frauen in der indonesischen Provinz Aceh mit knapp einhundert Stockschlägen bestraft worden. Die Strafe wurde von der Scharia-Behörde öffentlich vollzogen. „Sie wurden bestraft, weil sie im Internet für Sex geworben und damit gegen die Scharia verstoßen haben“, sagte der Chef der Scharia-Behörde in der Stadt Langsa, Aji Asmanuddin, am Dienstag.

Auch in Indonesien gelten aufgrund der Corona-Pandemie Einschränkungen und Kontaktbeschränkungen. Um die Prügelstrafe der zwei Frauen zu sehen, versammelten sich nach Angaben örtlicher Medien dennoch dutzende Menschen in Langsa, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Die Frauen, die bei der Vollstreckung der Strafe mit einem Rohrstock zwar einen Schleier, jedoch keine Gesichtsmasken trugen, waren im März zusammen mit fünf Sexarbeiterinnen festgenommen worden. Auch diesen fünf Frauen droht nach Scharia-Recht eine öffentliche Prügelstrafe. Im überwiegend muslimischen Indonesien ist Aceh die einzige Region, in der das strenge Strafrecht der islamischen Scharia gilt.

Sie erlaubt das Auspeitschen mit Rohrstöcken für eine Reihe von Straftaten wie Prostitution, Glücksspiel, Ehebruch, Alkoholkonsum oder gleichgeschlechtlichen Sex.  Menschenrechtsorganisationen verurteilen das öffentliche Ausgepeitschten als grausam. Auch Indonesiens Präsident Joko Widodo hatte sich in der Vergangenheit dagegen ausgesprochen.