Berlin - In der heilen Welt des deutschen Nachkriegsfilms galt er lange als das junge Gesicht. Das lag zum einen natürlich an der attraktiven Skilehrerstatur, die Thomas Fritsch vor der Kamera gekonnt in Szene zu setzen verstand. Was ihn darüber hinaus umgehend in die erste Reihe der deutschen Filmwelt katapultierte, war zweifellos seine familiäre Herkunft. Sein Vater Willy Fritsch hatte in insgesamt über 130 Filmen mitgewirkt und war einer der beliebtesten Ufa-Stars, der auch nach dem Krieg in erfolgreichen Komödien wie „Die Drei von der Tankstelle“ reüssierte.

Der 1944 in Dresden geborene Thomas Fritsch war mit seinen Eltern in den letzten Kriegstagen nach Hamburg geflüchtet, wo er Schauspiel-, aber auch Gesangs- und Ballettunterricht nahm. Nach kurzen Stationen auf verschiedenen Theaterbühnen erhielt er von 1962 an erste Filmrollen, von denen für den weiteren Verlauf der Karriere am nachhaltigsten wohl der Film „Das hab’ ich von Papa gelernt“ war. In der Verwechslungskomödie stand er 1964 gemeinsam mit seinem Vater vor der Kamera, es war zugleich der letzte Film, in dem Willy Fritsch mitwirkte.

Thomas Fritsch gehörte zum Schauspieladel der frühen Jahre und trat an der Seite berühmter Kolleginnen wie Lilli Palmer, Hildegard Knef und der aus den Winnetou-Verfilmungen bekannten Marie Versini auf. Ohne je ein rebellischer Charakter gewesen zu sein, verkörperte Thomas Fritsch in der Spätphase der gediegenen Adenauerzeit doch eine Art neue Jugendlichkeit, weshalb das ZDF ihm auch mit mehreren Unterhaltungssendungen betraute, von denen eine seinen Namen trug. Als skandalfreies Jugendidol seiner Zeit zierte sein Konterfei auch mehrfach den Titel der Jugendzeitschrift Bravo.

Als Seriendarsteller war Thomas Fritsch in den nachfolgenden Jahren viel beschäftigt, so hatte er zahlreiche Rollen in den Krimiserien „Der Kommissar“, „Derrick“,  „Der Alte“ sowie der von Uwe Friedrichsen produzierten Serie „Schwarz Rot Gold“. In der mit Maja Maranow, Jutta Speidel, Hellmut Lange und Manfred Zapatka stark besetzten Unterhaltungsserie „Rivalen der Rennbahn“ spielte Thomas Fritsch den ehemaligen Jockey Christian Adler, der vom verführerischen Glanz der Welt der Schönen und Reichen nicht lassen kann.

Eine beachtliche, leicht übersehene Karriere hatte Thomas Fritsch darüber hinaus als Synchronsprecher von Schauspielkollegen wie Russel Crowe, Jeremy Irons und William Hurt. In den 60er- und 70er-Jahren hatte Thomas Fritsch auch einige Erfolge als Schlagersänger, zu seinen bekanntesten Hits gehören „Schau mich bitte nicht so traurig an“ und „21 wird Susann“.  Thomas Fritsch, der nun im Alter von 77 Jahren gestorben ist, lebte zuletzt abwechselnd in München und auf der griechischen Insel Mykonos.