Schauspielerin Gina Lollobrigida ist tot

Gina Lollobrigida galt als schönste Frau der Welt und stand mit großen Hollywood-Stars vor der Kamera. Nun ist sie im Alter von 95 Jahren gestorben.

Gina Lollobrigida ist im Alter von 95 Jahren gestorben.
Gina Lollobrigida ist im Alter von 95 Jahren gestorben.Imago/ZUMA Wire

Die italienische Schauspielerin Gina Lollobrigida ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Das meldet die Nachrichtenagentur ANSA. 

Gina Lollobrigida wirkte seit Mitte der 1940er Jahre in siebzig Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter sowohl Komödien als auch Dramen. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg avancierte sie zum Sexsymbol des italienischen Kinos. Neben Sophia Loren, Claudia Cardinale und der im Februar gestorbenen Monica Vitti erlangte sie weltweiten Ruhm und stand mit den größten Filmstars vor der Kamera. In Anlehnung an einen ihrer Filme wurde sie gar als „schönste Frau der Welt“ bezeichnet. Später hatte sie auch als Fotografin und Bildhauerin Erfolg.

Die Künstlerin mit dem komplizierten Nachnamen - den sie trotz Drängens einiger Regisseure nie gegen einen kürzeren Künstlernamen eintauschen wollte - kam 1927 östlich von Rom auf die Welt. 1946 schlug sie sich in Rom mit Statistenrollen und Kohlezeichnungen von Gästen in Lokalen durch, als sie von Filmemacher Mario Costa entdeckt wurde und in „Opernrausch“ ihre erste größere Rolle bekam.

Dies war der Beginn einer aufregenden Karriere. Als Männerschwarm und Sexsymbol - Klischees, über die sie sich später beschwerte - drehte sie mit etlichen Hollywoodgrößen von Humphrey Bogart über Marcello Mastroianni, Sean Connery, Alec Guinness, Burt Lancaster bis Rock Hudson. An der Seite von Anthony Quinn brillierte sie in „Der Glöckner von Notre Dame“ (1956). Auch „Fanfan, der Husar“ (1952) und „Die Schönen der Nacht“ (1952) gehörten zu ihren großen Erfolgen.

Gina Lollobrigida: Für den Oscar reichte es nicht

Von 1956 bis 1959 gewann sie vier Jahre in Serie einen Bambi als beste internationale Schauspielerin, etliche Preise in ihrer Heimat Italien kamen dazu. Zum Oscar, den etwa ihre „Busenfeindin“ Sophia Loren gewann, reichte es für „La Lollo“ indes nicht.

Das Herz vieler Italiener aber war Gina - eine Koseform von Luigina - sicher. Auch, weil sie neben Glamour auch Prinzipien hatte und deswegen die Schauspielerei Anfang der 70er Jahre aufgab. „Ich habe es abgelehnt, mich auszuziehen“, erklärte sie später. Filmproduzenten hätten sie deshalb nicht mehr beachtet. Die selbstbewusste Italienerin wurde dann Fotografin und bekam illustre Objekte vor die Linse wie Fidel Castro, Fußballidol Pelé, Ronald Reagan, Paul Newman, Salvador Dalí und auch die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Gina Lollobrigida: Privat und in der Liebe hatte sie wenig Glück

In den 90er Jahren wechselte sie zur Bildhauerei, stellte Skulpturen aus und engagierte sich als Unicef-Botschafterin. Auf roten Teppichen und bei den Film-Galas war die Diva - meist grell geschminkt, mit pompösen Abendroben und wilden Haaren - weiter gerngesehener Gast.

Privat und in der Liebe hatte sie nach eigenen Worten „weniger Glück als andere“ - und das schon vor den unschönen Entwicklungen in ihren letzten Jahren. Aus der 1949 geschlossenen Ehe mit dem jugoslawischen Arzt Milko Skofic ging Sohn Andrea Milko Jr. hervor, mit dem sie sich später zerstritt und der dann höchstgerichtlich erwirkte, dass seiner Mutter wegen deren Geisteszustand ein Finanzvormund vorgesetzt wurde. Auf das Vermögen hatte es wohl auch ein Heiratsschwindler aus Spanien abgesehen, den Lollobrigida im Jahr 2006 beinahe geehelicht hätte.

Weltstar mit politischen Ambitionen

Im vergangenen September kandidierte Lollobrigida noch für das Bündnis Italia Sovrana e Popolare bei der Parlamentswahl, wurde aber nicht gewählt. „Ich war es einfach Leid, die Politiker untereinander streiten zu hören, ohne jemals zur Sache zu kommen“, sagte sie damals im Interview des Corriere della Sera. „Italien steht schlecht da, ich will etwas Gutes und Positives tun“.

Der Weltstar versuchte es schon 1999 mit einer politischen Laufbahn. Lollobrigida kandidierte damals für das EU-Parlament, verfehlte aber deutlich die nötige Stimmenanzahl. „Das war eine Erfahrung. Im Leben kann man verlieren und man kann gewinnen“, sagte sie dazu im Interview.