Berlin - Eine von Forsa im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) durchgeführte unter Schulleitern hat ergeben, dass sich die Stimmung in deutschen Lehrerzimmern im Laufe der Pandemie verschlechtert hat. Für die Umfrage wurden im Oktober und November 2020 bundesweit 785 Schulleitungen allgemeinbildender Schulen befragt.

Demnach könnten lediglich drei Prozent der Schulleiter alle Aufgaben in einer bestimmten Zeit erledigen. Waren zu Beginn des Jahres 2019 noch 73 Prozent der Schulleiter häufig mit der Erledigung ihrer Aufgaben zufrieden, sind es im November nur noch 60 Prozent.  Zudem übten nur noch 24 Prozent der Schulleiter ihren Beruf „sehr gerne“ aus. 2019 waren es noch 58 Prozent.

Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann sagte: „Zu viele Aufgaben in zu wenig Zeit lassen die Zufriedenheit der Schulleitungen bei der Erfüllung von Aufgaben sinken und damit auch ihre Motivation.“ Er forderte mehr Unterstützung seitens der Politik: „Wir brauchen eine spürbare Entlastung durch Schulleitungsteams, Verwaltungsfachkräfte und die Möglichkeit, eigenverantwortlich innerhalb eines Rahmens kreative Lösungen umzusetzen.“ 

Zu wenig Tablets und PCs

Darüber hinaus ergab die Umfrage, die Ausstattungslage mit digitalen Endgeräten an Schulen sei nach wie vor schlecht. Nur an sechs Prozent der Schulen gebe es für alle Schüler Tablets oder PCs. Beckmann dazu: „Der vielfach gepriesene ‚Hybridunterricht‘ wird nicht flächendeckend stattfinden können.“ Es gebe jetzt an 40 Prozent der Schulen in allen Räumen WLAN und an der Hälfte der Schulen einen Anschluss an das Breitbandnetz.

Das habe unmittelbar etwas damit zu tun, dass „vor Corona“ jede dritte Schule Gelder aus dem Digitalpakt erhalten habe und zwei von drei Schulleitungen das nun  entsprechend  berichten würden. „Von einem Digitalschub zu sprechen, bleibt trotzdem fehl am Platz“, so Beckmann. Die Teilnehmer gaben der Bildungspolitik die Note 3,9. Diese Note ist ihm zufolge „nicht nur verdient, sondern selbst provoziert“.