Potsdam - Kur- und Erholungsorten in Brandenburg hat die Corona-Pandemie schwer zu schaffen gemacht. In einigen Orten ging die Zahl der Besucher und Übernachtungsgäste zuletzt um bis zu 50 Prozent zurück. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

„Bisher befinden wir uns immer noch nicht auf Vorkrisenniveau“, sagt Ernst Volkhardt. Er ist Leiter der Tourismus-Marketing-Gesellschaft in Templin (Uckermark) sowie Vorsitzender des Gesundheits- und Kurorteverbands Brandenburg, dem aktuell sieben Kurorte angehören. „Obwohl Brandenburg über verhältnismäßig wenige Kurorte verfügt, haben diese doch eine hohe Bedeutung für den Tourismus“, sagt er. So hätten etwa Templin und Burg (Spreewald) vor Corona unter den Top fünf Orten im Land gelegen, was die Übernachtungszahlen anging.

Diese waren zuletzt stark eingebrochen, wie Birgit Kunkel von der Tourismus Marketing Brandenburg (TMB) informiert. Hatten etwa Erholungsorte 2019 über 2,19 Millionen Übernachtungen gezählt, waren es 2020 rund 1,81 Millionen und im Jahr darauf 1,73 Millionen. 2022 zählten die Orte bis März bereits wieder 217.035 Übernachtungen. Besonders stark war das Minus an Besuchern von 2019 auf 2020 demnach bei den Mineral- und Moorbädern - es lag bei 37,2 Prozent.

Der staatlich anerkannte Erholungsort Rheinsberg (Ostprignitz-Ruppin) zählte laut seiner Tourismusmanagerin Sigune Schmidt-Ulbrih bisher nach Potsdam die meisten statistisch erfassten Übernachtungen im Land. Von 2019 auf 2020 war deren Zahl von 584.247 auf 355.710 gesunken, 2021 leicht auf 368.530 gestiegen. Für dieses Jahr lag sie bis März bei 22.062.

Um 30 Prozent sind die Übernachtungszahlen in Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) im Zuge der Krise eingebrochen, wie Ina Fink, Geschäftsführerin der dortigen Steintherme, berichtet. In der Therme hätten sich die Besucherzahlen etwa halbiert. „Seit Ende März können alle wieder aufatmen und sich der Normalität nähern“, sagt sie. Corona-Auflagen bestünden nicht mehr, lediglich in Gesundheitseinrichtungen wie der Rehaklinik gelte weiterhin Maskenpflicht.

In Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) waren die Übernachtungszahlen von 124.262 in 2018 auf 93.891 in 2021 gesunken. Die Besucherzahlen der Lausitztherme haben sich nach Angaben von Bürgermeister Johannes Berger ebenfalls halbiert. Immerhin sei 2020 die Nachfrage nach Ausflügen in der Touristen-Information sehr stark gewesen. „Das hat sich 2021 aber nicht fortgesetzt“, sagt er. Auch Stadtführungen seien sehr deutlich zurückgegangen. In diesem Jahr würden diese hingegen sehr stark auch wegen Nachfeiern von Firmenjubiläen, Klassentreffen und Familienfeiern gebucht.

Templin und die Nachbarstadt Lychen waren laut Ernst Volkhardt an Pfingsten sehr gut besucht. „Für den Sommer sieht die Buchungslage teilweise gut, teilweise überschaubar aus“, sagt er. Einerseits habe Corona den Trend zum kurzfristigen Buchen verstärkt, andererseits sei die Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine hoch. Nicht zuletzt machten die steigenden Energiekosten dem Kur- und Thermenbetrieb allgemein zu schaffen. Dennoch müsse mit Blick auf drohende Corona-Maßnahmen im Herbst nun „voll durchgezogen werden“. Denn es gelte, bis dahin Liquidität aufzubauen.