Berlin - In der Corona-Krise haben sich deutlich mehr Verbraucher wegen Konflikten mit ihrer Reiseversicherung an den Ombudsmann für Versicherungen gewandt. Mehr als 900 Beschwerden gingen bei der Schlichtungsstelle für Verbraucher ein, wie der Verein am Donnerstag mitteilte. „In der Reiseversicherung war ein Anstieg der Beschwerden um fast 80 Prozent zu verzeichnen, verbunden mit einer deutlichen Verschiebung der Fragestellungen hin zu den Themen mit Covid-19-Pandemie-Bezug“, hieß es.

Zahlreiche Fälle hätten sich um die Übernahme von Stornokosten gedreht, sagte Ombudsmann Wilhelm Schluckebier bei der Vorstellung des Jahresberichts in Berlin. Viele Verbraucher sagten demnach ihre Reisen ab, weil sie zu einer Risikogruppe gehören oder weil sie generell Sorge vor einer Infektion hatten.

„Zum Teil hatte ihnen ein Arzt aufgrund von relevanten Vorerkrankungen ausdrücklich von der Durchführung der Reise abgeraten“, heißt es im Jahresbericht. „In all diesen Fällen konnte der Ombudsmann den Beschwerdeführern jedoch nicht zu einer Erstattung der Stornokosten verhelfen, denn es war kein versichertes Ereignis ersichtlich.“

Schlichtungsstelle: Erfolgsquote lag bei etwa 50 Prozent

Darüber hinaus ging es bei den Beschwerden auch um die Erstattung des Beitrags für die Reiseversicherung nach Absage durch den Veranstalter, weil dann die Beiträge hinfällig geworden seien. Die Erfolgsquote bei den Beschwerden rund um Reiseversicherungen habe insgesamt in etwa bei 50 Prozent gelegen, sagte Schluckebier.

Allerdings machten diese Fälle nur einen kleinen Teil der Beschwerden zu Versicherungen insgesamt aus, die im vergangenen Jahr beim Ombudsmann eingingen. Insgesamt registrierte der Verein 13.325 zulässige Fälle. Das waren 1,8 Prozent mehr als im Jahr davor. Bei rund einem Viertel der Beschwerden ging es um die Rechtsschutzversicherung.