Minneapolis - Der weiße Ex-Polizist Derek Chauvin ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft direkt für den Tod des Afroamerikaners George Floyd verantwortlich. Die exzessive und erbarmungslose Gewaltanwendung des Angeklagten habe Floyd getötet, sagte Staatsanwalt Steve Schleicher am Montag in seinem Schlussplädoyer am Gericht in Minneapolis. Floyd habe Chauvin bis zu seinem letzten Atemzug gebeten, ihn atmen zu lassen, während dieser neun Minuten und 29 Sekunden erbarmungslos auf ihm gekniet habe. „Der Angeklagte hat nicht geholfen“ und damit klar gegen die Regeln für Polizeieinsätze verstoßen, sagte Schleicher.

Im Prozess gegen Chauvin wegen des gewaltsamen Todes von Floyd wird diesen Montag auch das Schlussplädoyer der Verteidigung erwartet. Im Anschluss ziehen sich die Geschworenen zu ihren Beratungen zurück. Ein Urteil könnte im Verlauf der Woche fallen. Der nach Floyds Tod aus dem Polizeidienst entlassene Chauvin ist unter anderem wegen Mordes zweiten Grades angeklagt, was mit bis zu 40 Jahren Haft bestraft werden kann.

Floyds gewaltsamer Tod führte zu internationalen Massenprotesten

Der 46 Jahre alte Floyd war am 25. Mai vergangenen Jahres in Minneapolis bei einer Festnahme ums Leben gekommen. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod löste landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.