Schneechaos: Stromausfälle und Tote in Polen und Tschechien

In Brandenburg liegt gerade genug Schnee, um Rodeln zu gehen, in Polen und Tschechien fordern die starken Schneefälle Todesopfer.

Warschau: Hier liegt viel Schnee. 
Warschau: Hier liegt viel Schnee. PAP/Tomasz Gzell

Starke Schneefälle haben in Tschechien, Polen und der Slowakei großflächige Stromausfälle verursacht und zu Verkehrsunfällen geführt. In der tschechischen Gemeinde Hertvikovice wurde am Samstag nach Informationen der Nachrichtenagentur CTK ein Autofahrer von einem Baum erschlagen, der an einer Landstraße auf das fahrende Auto stürzte. Im polnischen Dorf Wawrzka südöstlich von Krakau starb eine 70 Jahre alte pflegebedürftige Frau, deren Sauerstoffgerät nach dem Zusammenbruch der Stromversorgung ausfiel, wie die Nachrichtenagentur PAP am Samstag berichtete.

Angehörige hatten zwar Rettung und Feuerwehr alarmiert, aber das Feuerwehrauto, das ihr eine Sauerstoffflasche als Ersatz bringen sollte, verunglückte unterwegs im Schneegestöber. Einen tödlichen Verkehrsunfall, der mit dem Wetter zusammenhing, meldete CTK auch in Prag. In Polen waren nach PAP-Berichten mehr als hunderttausend Haushalte vorübergehend ohne Strom. In den meisten Fälle waren auf Stromleitungen gestürzte Bäume der Grund. Auch in der Slowakei fiel wetterbedingt die Stromversorgung Tausender Haushalte aus und die Polizei meldete zahlreiche wetterbedingte Verkehrsunfälle.

Schnee in Bayern: Hohe Lawinengefahr in den Alpen

Der viele Neuschnee brachte auch im bayerischen Alpenraum Negatives mit sich. Dort stieg die Lawinengefahr, oberhalb von 2000 Metern sei sie am höchsten, teilte der Lawinenwarndienst Bayern mit. Die Lawinengefahr war den Angaben zufolge am Samstag in Teilen der Werdenfelser und Berchtesgadener Alpen erheblich und lag damit bei Stufe 3 von 5. Schon einzelne Menschen könnten eine Lawine an den Wind ausgesetzten Gipfelbereichen auslösen.

Für gefährliche Verhältnisse sorgte das Winterwetter auch auf den Straßen in Bayern. Allein in der Nacht auf Samstag ereigneten sich im Freistaat mindestens 91 Unfälle auf schneeglatten Fahrbahnen, bei denen Menschen leicht verletzt wurden. Vier Personen kamen bei auch bei Unfällen ums Leben, allerdings war in diesen Fällen zunächst unklar, welche Rolle das Wetter gespielt hat.

In München genossen viele den Schnee - hier im Englischen Garten.
In München genossen viele den Schnee - hier im Englischen Garten.Imago/Alexander Pohl

Schwarzwald: Geschwister prallen beim Rodeln gegen Mauer

Im Schwarzwald prallte ein ein Geschwisterpaar beim Rodeln gegen eine Mauer und wurde schwer verletzt. Das dreijährige Mädchen und sein fünf Jahre alter Bruder wurden mit zwei Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht, wie die Polizei mitteilte. Der Unfall passierte am Samstagnachmittag an einem Rodelhang in Bad Peterstal-Griesbach im Ortenaukreis. Die Kinder saßen auf einem lenkbaren Plastik-Bob und bremsten nicht rechtzeitig. Sie kamen deshalb über den Hang hinaus.

Auch anderswo in Deutschland kam es zu Unfällen, allerdings wurden nur wenige Menschen leicht verletzt. Wie die Polizei und die Lagezentren mitteilten, kam es auf den glatten Straßen zu Sachschäden, querstehenden Lastern und liegengebliebenen Autos, die teils auch zu blockierten Straßen führten.

Schnee in Cottbus, Schneematsch in Berlin erwartet

In Cottbus erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstagabend bis zu 8 Zentimeter Neuschnee. Auch in der Elbe-Elster-Region soll viel Schnee fallen. Zwischen 2 und 5 Zentimeter sagten die Meteorologen für das Gebiet südlich von Berlin voraus. Die Berliner müssen sich dagegen mit Schneematsch und Glätte begnügen. In Nordostbrandenburg kann es in der Nacht zum Sonntag Schneeregen geben.

Zum Wochenstart erwarten die Meteorologen für die Region nur leicht höhere Temperaturen von bis zu 3 Grad, bei Hochnebel und starker Bewölkung. Regen und Schnee sollen es dann nicht mehr geben, auch in den folgenden Tagen nicht.