Berlin/SchwerinDer Wiederaufbau einer direkten Bahnanbindung vom Süden der Insel Usedom nach Berlin wird jetzt genauer geprüft. Die Deutsche Bahn AG hat mit den sogenannten Vorplanungen des Abschnitts von Ducherow zur Insel begonnen, wie das Schweriner Verkehrsministeriums am Donnerstag mitteilte. Grundlage sei eine Finanzierungsvereinbarung, die Bund und Land Anfang Dezember unterzeichnet hatten. Die Bahnstrecke Berlin-Pasewalk-Ducherow und dann über das Wasser bei Karnin nach Swinemünde und Heringsdorf war bis 1945 die kürzeste und schnellste Verkehrsverbindung nach Usedom. Im Krieg wurde die Hubbrücke bei Karnin zerstört. Seitdem gab es mehrfach Initiativen, die einen Wiederaufbau anregten.

Anhand solcher Vorplanungen werden die konkreten Grundlagen und Kostenschätzungen für einen Wiederaufbau ermittelt. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) erklärte, mit einer solchen Bahnanbindung könne die Insel von Autokolonnen entlastet werden, was auch für den Klimaschutz wichtig wäre. Er erwarte eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die auch die Aufnahme in einen Bundesverkehrswegeplan rechtfertigt. Ergebnisse sollen 2022 vorliegen. „Das Land geht hier in Vorleistung“, sagte Pegel. Das Land hatte insgesamt 2,8 Millionen Euro für die Vorplanungen im Haushalt vorgesehen.

Über die neu zu errichtende Brücke wäre Usedom in zwei Stunden von Berlin aus erreichbar. Auch der Nahverkehr müsse weiterentwickelt werden, sagte Pegel. Mehrere Initiativen fordern auch eine direkte Anbindung von Anklam an die südliche Usedom-Gleisstrecke, um Straßen zu entlasten.