Oslo - Die norwegische Regierung hat ein Gesetz erlassen, demzufolge künftig retuschierte Werbefotos gekennzeichnet werden müssen, etwa wenn Haut oder Körperform verändert wurden. Wie aus einem Bericht der FAZ hervorgeht, betrifft dies nicht nur klassische Werbung, sondern auch die von Influencern in sozialen Netzwerken. 

Sowohl Werbetreibender als auch Bearbeiter des Anzeigenbildes sind für die Kennzeichnung verantwortlich. Laut Beschlussvorlage soll damit eine Reduktion des „Körperdrucks in der Gesellschaft“ erreicht werden. In Kraft treten soll das neue Gesetz im Juli 2022.

Gesetz soll „Körperdruck“ auf Kinder verhindern

Wer das Gesetz bricht, muss Strafe zahlen. Ein Abgeordneter nannte den Beschluss einen „historischen Sieg“, heißt es in dem Bericht. Auch die norwegische Medienbehörde zeigt sich zufrieden mit der Entscheidung für das Gesetz: „Zahlen aus unseren Umfragen zeigen, dass Kinder schon in jungen Jahren Werbedruck ausgesetzt sind. Wir glauben, dass die Gesetzesänderung dazu beitragen kann, den Körperdruck zu verringern“, sagte die Direktorin der Behörde gegenüber Medienvertretern. 

Unterdessen verstärkt in Großbritannien die Werbebranche angesichts zahlreicher Verstöße gegen Werberegeln auf Social-Media-Accounts den Druck auf Influencer. Die Organisation der Werbebranche (Advertising Standards Authority, ASA) nennt künftig auf einer neuen Internetseite diejenigen namentlich, die gegen Vorschriften verstoßen.

Großbritannien: Nur 35 Prozent der Posts als Werbung gekennzeichnet

Als erstes wurden vier Influencerinnen auf die Liste gesetzt, die sich nicht an Werberegeln auf Instagram gehalten hätten. Die Frauen würden drei Monate auf dieser Liste bleiben und von der ASA scharf beobachtet, teilte die nichtstaatliche Organisation, die etwa mit dem Deutschen Werberat vergleichbar ist, am Donnerstag mit.

Der Schritt folgte auf eine ASA-Untersuchung vom Frühling. Die Beobachtung von 122 Influencern, die im Vereinigten Königreich ansässig sind, habe ergeben, dass im März nur 35 Prozent der Werbeposts, -reels oder -stories auf Instagram auch als Werbung gekennzeichnet wurden. Die vier nun genannten Influencerinnen seien alle aufgefordert worden, sich zu den Werbeauflagen zu bekennen, hätten dies aber versäumt oder weiterhin nicht befolgt. Falls sie weiterhin die Regeln brechen, will die ASA sie für Geldstrafen an Behörden melden oder die Social-Media-Plattformen auffordern, die Postings zu löschen.