Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) geht davon aus, dass Russlands Präsident Wladimir Putin nicht umfassend über die Lage in der Ukraine informiert wird. Er sei überzeugt, „dass die eigenen Dienste ihm viele Wahrheiten auch vorenthalten“, sagte Scholz in einem Podcast-Interview nach NDR-Angaben vom Freitag. Dabei gehe es zum Beispiel darum, „wie viele russische Soldaten gestorben sind in diesem Krieg“.

Der Kreml hatte am Donnerstag westliche Geheimdienst-Berichte zurückgewiesen, wonach Putin von seinen Beratern falsch über die Lage in der Ukraine informiert werde. Sein Sprecher Dmitri Peskow sah die Angaben als Beleg, dass der Westen keine wirklichen Informationen darüber habe, „was im Kreml passiert“.

Russland könne, egal wie der Konflikt ende, nicht als Gewinner hervorgehen, betonte Scholz laut NDR in dem Podcast „Deutschland3000 – 'ne gute Stunde mit Eva Schulz“ weiter, der am Sonntag veröffentlicht werden soll. Denn „dieser Krieg zerstört nicht nur die Ukraine, sondern auch die Zukunft Russlands“. Ohne friedliche Lösung werde es „auf Jahrzehnte für Russland keine Chance geben, eine vernünftige ökonomische Entwicklung zu haben“.