Berlin - Die SPD verzichtet auf den Einsatz eines vielfach kritisierten Wahlkampfvideos, das auf frühere religiöse Positionen eines Vertrauten von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) Bezug nimmt. „Der Kampagnenleiter hat mir berichtet, dass der Spot nicht genutzt wird“, sagte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er trat Vorwürfen entgegen, mit dem Spot würden religiöse Bekenntnisse für den Wahlkampf missbraucht.

Die Lesart stimme nicht, „die SPD tritt immer für eine offene und tolerante Gesellschaft ein“, sagte Scholz. Auf die Frage, warum seine Partei vor einem Christen wegen seines Glaubens warne, antwortete er: „Das tut niemand. Unser Land und auch ich sind vom christlichen Glauben geprägt.“

In dem auch aus SPD-Reihen scharf kritisierten Film tauchen mehrere CDU-Politiker aus einer Matroschka-Puppe auf. „Wer Armin Laschet und die CDU wählt, wählt ...“, sagt eine Stimme dazu. Gezeigt wird auch eine Puppe mit dem Konterfei des Düsseldorfer Staatskanzleichefs und Laschet-Vertrauten Nathanael Liminski. Hier wird der Satz ergänzt mit „... erzkatholische Laschet-Vertraute, für die Sex vor der Ehe ein Tabu ist“. Dies spielt auf eine Äußerung des bekennenden Katholiken noch als Student an, die dieser 2007 in der ARD-Sendung „Maischberger“ als eine „persönliche Entscheidung“ rechtfertigte. Die CDU hatte die SPD zum Verzicht auf den Wahlkampfspot aufgefordert.