Schöneberger kämpft um älteres Publikum

„Nicht zu viel Paillette“ lautet die Devise: Barbara Schöneberger will älteren Zuschauerinnen und Zuschauern bei „Verstehen Sie Spaß?“ entgegenkommen. Eines ...

ARCHIV - Moderatorin Barbara Schöneberger hat sich viel überlegt, um wieder mehr ältere Menschen vor den Fernseher zu locken.
ARCHIV - Moderatorin Barbara Schöneberger hat sich viel überlegt, um wieder mehr ältere Menschen vor den Fernseher zu locken.Joerg Carstensen/dpa

Berlin-Die Analysen nach einer „Verstehen Sie Spaß?“-Sendung überlässt Moderatorin Barbara Schöneberger der Redaktion und ihrer Managerin. Die Quintessenz interessiert die 48-Jährige aber dennoch: „Wir haben unglaublich viele junge Fans“, berichtete Schöneberger der Deutschen Presse-Agentur.

Besonders stolz ist sie auf 12,6 Millionen Aufrufe des Films über ihren Auftritt bei „First Dates“ mit Roland Trettl und Nic Shanker auf der Internetplattform Instagram.

Ebenso schauten bei den Samstagabendshows deutlich mehr junge Menschen zu als früher, aber dafür auch weniger alte. „Jetzt ist die Aufgabe: die Alten fesseln“, kündigte die Entertainerin vor der neuen Live-Ausgabe an, die das Erste am Samstag (8.10., 20.15 Uhr) zeigt.

„Ich werde versuchen, langsamer zu reden“, sagte Schöneberger. Zudem trete sie unter anderem in einem schwarzen Anzug auf. „Nicht zu viel Paillette.“ Grundsätzlich will sie aber ihrem Stil treu bleiben: „Es kommt auch wieder eine Farb-Kombi, die nicht für jeden was ist.“

Die Analysen haben ihr zufolge auch ergeben, dass das Publikum vor allem die Einspieler liebe, bei denen Prominente oder auch Ottonormalverbraucher mit versteckter Kamera hinters Licht geführt werden. „Wir wollen mehr solche Filme zeigen“, sagte Schöneberger. Dabei gelte die Devise: Je mehr Promis, desto besser. „Aber wir haben auch spitzenmäßige Filme mit Leuten, die nicht prominent sind.“

Prominent veräppelt: Schöneberger will mehr mitmischen

Immer häufiger will Schöneberger dabei selbst den Lockvogel spielen. Gut getarnt etwa mit falschen Zähnen, künstlicher Nase und brauner Langhaar-Perücke. Ein ganzes Arsenal habe sie da inzwischen.

So wird sie in der Sendung als aufgedrehte Sängerin Linda zu sehen sein, die mit der Band Culcha Candela das Moderatoren-Team vom ARD-„Morgenmagazin“, Till Nassif und Anna Planken, hinters Licht führte. Ein Auftritt während der morgendlichen Live-Übertragung vor einigen Wochen lief - ganz absichtlich - aus dem Ruder.

Mehr Filme heißt natürlich auch, dass Schöneberger selbst etwas in den Hintergrund tritt. Kein Problem, wie sie beteuerte: „Es geht nicht um mich und meine Redezeit.“ Weniger zu sprechen, falle ihr nicht schwer. „Ich bin froh, wenn anderes passiert.“ Wichtig sei ihr vor allem der Beginn der Show: „Ich träume vom großen Opening, dass gesungen wird, dass etwas passiert.“ Sie wolle nicht nur einfach auf die Bühne kommen und das Publikum begrüßen. Auch bei der Auswahl der Gäste und der Reihenfolge, in der diese begrüßt werden, rede sie mit.

Am Samstag dabei sind unter anderem die Pahde-Zwillinge Valentina und Cheyenne, die die Comedienne Tahnee bei einem fingierten Werbespot-Dreh samt Fahrsicherheitstraining reingelegt hat. Sänger Roland Kaiser soll mit dem Titel „Es ist alles ok“ auftreten und die Ehrlich Brothers wollen eine Illusionsperformance aus ihrer neuen Magie-Show „Dream & Fly“ zum Besten geben. Zudem wird Influencer Cossu erwartet.

Die Unterhaltungsmaschinerie läuft also - Ukraine-Krieg, Energiekrise und Inflation zum Trotz. Eine Art Ablenkung für das Publikum? Vielleicht werde es eine kleine Anspielung geben, sagte Schöneberger. Sie sei aber niemand für politische Statements ernster Art. „Da würde ich nicht den richtigen Ton treffen“, räumte sie ein. „Ich würde mich nie auf dünnes Eis wagen, was politische Aussagen angeht.“